Deadlands – Das unheimliche Western Rollenspiel

Deadlands-Cover

Mit Deadlands hielt ich kürzlich ein Rollenspielregelwerk in den Händen, welches mit einer interessanten Welt aufwartete, in die ich mich gleich einlesen wollte.
Beschreiben könnte man dies am ehesten als eine Kombination aus Groschenroman-Genren: Neben dem Westernthema und pulpigen Horror sind auch Steampunkelemente enthalten.

Die Welt

Man spielt im nordamerikanischen wilden Westen mit einigen alternativen historischen Begebenheiten. Es ereigneten sich einige mystische Phänomene, durch die zum Beispiel ein großer Teil Kaliforniens im Pazifik versank.
An vielen Orten tauchen seitdem dämonische Kreaturen auf, die durch die Spielercharaktere aufgespürt und aufgehalten werden sollen. Die Spieler bilden hierzu ein Aufgebot, das sich zusammenschließt, um eben diese Schrecken zu bekämpfen.

Charaktere

Neben dem klassischen Revolverhelden stehen den Spielern einige weitere kreative Charakterearten zur Verfügung.
Magie wird hier durch die sogenannten „Huckster“ ausgeübt, die sich als Kartenspieler tarnen, da die Bevölkerung Magiern nicht über den Weg traut.
Priester stellen ebenfalls eine interessante Klasse dar, mit der man sich den Monstren entgegenstellt.
Das Steampunkelement wird durch die verrückten Wissenschaftler dargestellt, welche dampfende und klackernde Maschinen entwerfen, die entweder nützlich oder gefährlich sind.

Spielmachanik

Es wird wie in den meisten Rollenspielen ein Charakterblatt geführt, in dem Fähigkeiten mit Werten eingetragen werden, gegen die mit Würfeln gewürfelt wird.
Deadlands bringt hier einige weitere Spielmittel mit ein, die am Spieltisch für Abwechslung sorgen: Es werden auch Pokerkartendecks benötigt um zum Beispiel Handlungsreihenfolgen in Kampfsituationen zu ermitteln. Pokerchips in unterschiedlichen Farben dienen den Spielern dazu, zum Beispiel Zusatzwürfel für Proben hinzuzubekommen und sich so in brenzligen Situationen vielleicht doch noch zu retten.

Einigen fallen hier ggf. Paralellen zum Horrorrollenspiel Cthulhu auf, von dem es auch Regeln zu einem Westernsetting gibt. Da auch in Deadlands viel Wert auf den Faktor Furcht gelegt wird und eine hohe Sterblichkeitsrate der Spielercharaktere gegeben ist, ist dies auch gar nicht direkt von der Hand zu weisen. Wesentlicher Unterschied ist wohl am ehesten, dass in sämtlichen Cthulhu-Regelwerken viel Wert darauf gelegt wird, die historischen Begebenheiten akkurat wiederzugeben, während Deadlands gerade durch die Andersartigkeit der geschichtlichen Abläufe eine Welt bietet, die durch die Spieler erkundet werden möchte.

Fazit

Wer also Abenteuer in einem historisch korrektem Wilden Westen erleben möchte, sollte nicht zu Deadlands greifen. Wer sich aber auf eine pulpige Welt einlassen möchte, die wie eine 80’er Jahre Zeichtrickserien rüberkommt oder sich auf Spielmechaniken freut, die vom klassischen Rollenspiel abweichen, dem sei Deadlands sehr ans Herz gelegt.

Die Arwinger Mark – Im Schatten des Kynhold

CoverRezension – Teil 2
Vor einem Jahr hatte Jonas den Regionalband zur Arwinger Mark rezensiert. Nun folgt der zweite Teil zu den beiden Einsteigerabenteuern, die in dem Band ebenfalls enthalten sind.

Zwist der Geschwister:
In „Zwist der Geschwister“ werden die Abenteurer von einem verschüchtertem Gnom engagiert ihn zu beschützen, vor seiner Schwester. Neben dem Schutzauftrag finden die Abenteurer heraus, dass das Erbe, welches der verstorbene Vater hinterlassen hat, nicht ohne weiteres angetreten werden kann.
Hier ist eine Schnitzeljagd durch die Hafenstadt Arwingen zu absolvieren, um dem potentiellen Erben zu helfen.
Das Abenteuer ist gut geschrieben und enthält viele Hinweise wie man das Abenteuer als Spielleiter angehen kann. Gerade für Einsteigergruppen, die erste Schritte in der Welt von Splittermond wagen ist dieses Abenteuer gut geeignet. Da die Abenteurer Hinweisen durch die komplette Stadt hinterherjagen lernen sie den Ort und seine Besonderheiten gut kennen.

Seelenqualen:
Dieses Abenteuer führt die Spieler hinaus aus der Hafenstadt Arwingen. Die Hauptverkehrsstraße, welche Arwingen mit der Hauptstadt Sarnburg verbindet, entlang zum Seelenmoor. Sie folgen dem Hinweis eines Pristers, der alte Dokumente gefunden hat, welche von einer Verfluchtem Mann und einem ebenso verfluchtem Schatz spricht.
Ob nun aus edlen Beweggründen, dem Priester zu helfen die verdammte Seele zu befreien, oder um den Wertvollen Schatz abgreifen zu können, finden sich die Abenteurer schnell auf dem Tränendamm wieder und betreten später das nicht ungefährliche Seelenmoor.
Bei diesem Abenteuer handelt es sich um eine kleine Schatzsuche, mit einigen zufälligen Begegnungen. Hier können die Spieler viel über das Seelenmoor und einige historischen Hintergründe zu der Herrschaft durch die Drachlinge erfahren. Da die vergangene Drachlingsherrschaft in der Welt von Splittermond ein sehr wichtiger und prägender Bestandteil der kulturellen Entwicklung sämtlicher Völker auf Lorakis ist, ist auch dieses Abenteuer für Einsteiger in diese Welt sehr gut geeignet.

Die Arwinger Mark – Im Schatten des Kynhold

CoverRezension – Teil 1
Seit diesem Monat erhältlich befasst sich die erste Regionalbeschreibung von Splittermond mit der Arwinger Mark. Als Einsteigerregion betitelt, soll sie Neueinsteigern in der Welt von Splittermond als Schauplatz für ihre ersten Abenteuer dienen. Die in diesem Band vorhandenen Abenteuer werde ich, nach dem ich sie gespielt habe, separat rezensieren.

Äußerlichkeiten:
Die Erweiterung kommt als 56 Seiten umfassendes Softcover im Vollfarbdruck daher. Das Cover und sonstige Bebilderung gefällt mir sehr gut, wichtige Textpassagen werden in blauen Kästen hervorgehoben. Auf den letzten Seiten befindet sich eine Karte der Region so wie der Hauptstadt Arwingen und die Handouts für die Abenteuer. Alles in allem macht das Heft einen runden Eindruck.

Der Inhalt:
Nach einem kleinen Vorwort wird zunächst jeweils in kurzen Abschnitten auf die Geschichte, dass allgemeine Leben, Handwerk und Handel, Kleidung und Essen in der Arwinger Mark eingegangen. Hier findet sich auch eine Liste mit typischen Namen so wie eine Beschreibung des Tatzenbur, einem schmackhaften Pilz mit scheinbar magischen oder auch einfach nur psychoaktiven Kräften. Nachfolgend Abschnitte über Recht und Gesetz, Glaube und Magie sowie den Schmuggel mit Mondstein. Im Anschluss folgt eine Übersicht des Landes, der Flora und Fauna und eine kleine Box informiert über die vorkommenden Feenwesen.
Nach diesem ersten Teil beginnt die dedizierte Beschreibung der Region bzw. der einzelnen Schauplätze. Es werden die Landstriche »Zwischen Seelenmoor und Norwen«, »Die Nördlichen Wälder«, »Die Küste« so wie das nördliche und südliche Kynhold Gebirge unterschieden. Außerdem noch die Beschreibung Arwingens, welcher als Hauptstadt der Mark ein größerer Abschnitt gewidmet wurde, sowie des Großen Weges, der Haupthandelsstraße der Mark. Insgesamt sind die Beschreibungen sehr stimmungsvoll. Es sind genug Hintergrundinformationen vorhanden um eine gute Vorstellung von der Region zu bekommen, man muss aber nicht seitenlang durch, für Abenteurer irrelevante, Details lesen. Klar wurde der Fokus auf Abenteuerinspiration gelegt und davon findet sich eine Menge. Sei es in den dunklen, an die Verheerten Lande grenzenden, Wäldern im Norden, im unheimlichen Seelenmoor oder zwischen den Heliten, -über 100 Meter steilen, vor der Küste der Mark liegenden Karstinseln, man bekommt allerhand Stoff für Geschichten geliefert. Insgesamt umfasst dieser Teil der Spielhilfe 25 Seiten, nicht viel, wenn man auf die Regionalbeschreibungen von DSA schaut. Wenn man im Hinterkopf behält, dass die beschriebene Region auf der Karte von Lorakis gerade mal halb so groß ist wie mein Daumennagel, relativiert sich dieser Eindruck allerdings. Zu den beiden Abenteuern möchte ich hier, wie gesagt, noch nichts schreiben, der erste Teil des Heftes hat mir aber voll und ganz gefallen und reiht sich in die hohe bestehende Qualität der Splittermond Produkte ein.