Dakardsmyr – Im Nebel der Myrkansümpfe

dakardsmyrRezension – Teil 1
Seit kurzem ist die zweite »Mini-Regionalbeschreibung« für Splittermond erhältlich, welche sich mit dem Lebensraum der Sumpfgnome beschäftigt. In dieser Rezension prüfe ich, ob diese genau so gut ist wie die Spielhilfe der zur Arwinger Mark. Auch diesmal gibt es wieder zwei Abenteuer, die separat rezensiert werden, sobald sie gespielt wurden.

Äußerlichkeiten:
Insgesamt 63 Seiten umfasst das Softcover, wie gewohnt im Vollfarbdruck. Das Cover gefällt mir sehr gut, auch die sonstige Bebilderung ist stimmig. Besonders die Karte der Hauptstadt Dakardsmyr, sowie das niedliche Sumpfhörnchen haben es mir angetan. Wie auch bei der Arwinger Mark, befinden sich auf den letzten Seiten größere Versionen der Karten, sowohl der Stadt als auch der Myrkansümpfe.

Der Inhalt:
Auf die obligatorische Einführung folgt ein kurzer Abschnitt über die Geschichte der Region und einem Kasten in dem die wichtigsten Ereignisse seitdem die ersten Sumpfgnome angefangen haben in der Mündung des Myrkan zu siedeln. Hierauf folgt eine Beschreibung der Sumpfgnome, ihrer Kultur und der verzwickten Familienverhältnisse, die bei den Gnomen eine zentrale Stellung einnehmen. Hinzu kommen Informationen über Feste, Küche und Kleidung. Auch eine Namensliste darf nicht fehlen.
Der nächste Abschnitt ist dem Glauben und der Priesterschaft gewidmet. Auch hier zeigt sich der familiäre Einfluss in der Kultur der Gnome, denn die Götter der Sumpfbewohner bestehen aus einer himmlischen Familie. Hiernach folgt der Abschnitt über die in der Stadt allgegenwärtige Alchemie so wie Magie. Als nächstes kommt ein Rundgang durch die Myrkansümpfe, die Landschaft, das Leben und die Wirtschaft sowie besondere Orte. Hier finden sich viele interessante Plätze, welche eine Fülle von Aufhängern für Abenteuer bieten. Auch dem Krakengrund, das Meer, welches an die Myrkansümpfe grenzt, ist ein Abschnitt gewidmet. Texte über Flora und Fauna, die Feen der Region und Tabellen für Zufallsbegegnungen bei Reisen runden das Ganze ab.
Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit Dakardsmyr, der Metropole der Sumpfgnome, selbst. Hier finden sich eine Vielzahl von Informationen über Recht und Ordnung, Geheimbünde und Gilden und die wichtigsten Familien der Stadt. Die Vitriol-Gassen werden als Beispiel für ein typisches Viertel genau so wie besondere Orte der Stadt beschrieben. Als Letztes findet sich auch ein kleiner Abschnitt zur Unterstadt, bevor dann die zwei Abenteuer kommen. Insgesamt finde ich die Beschreibungen der Stadt ausgezeichnet gelungen, die Texte bringen die Stimmung der gnomischen Metropole gut rüber und regen zum Träumen und Abenteuerschmieden an. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch: Ich kann den Ansatz der Autoren gut verstehen, die Stadt nicht komplett zu beschreiben. Dies folgt der Idee der »weißen Flecken« die in allen Regionalbeschreibungen von Splittermond vertreten ist. Jedoch finde ich es schade, dass eigentlich nur ein Viertel der Stadt wirklich beschrieben wird. Dieses ist noch nicht ein mal eindeutig verortet, sondern kann überall in der Stadt angesiedelt werden. Somit bleibt ein großer Teil von Dakardsmyr eigentlich ein »weißer Fleck« und da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, denn das Vorhandene macht durchaus Appetit. Nichtsdestotrotz bleibt »Dakardsmyr – Im Nebel der Myrkansümpfe« eine ausgezeichnete Regionalspielhilfe, welche durch ihre Exotik für mich die Spielhilfe zur Arwinger Mark sogar noch übertrifft. Zumindest was das Thema Abenteuerideen angeht. Wer einen Gnom aus der Region spielen, die Region bereisen oder Abenteuer in der blubbernden und dampfenden Stadt am Myrkan ansiedeln möchte, dem kann ich uneingeschränkt zum Kauf raten.

Die Arwinger Mark – Im Schatten des Kynhold

CoverRezension – Teil 2
Vor einem Jahr hatte Jonas den Regionalband zur Arwinger Mark rezensiert. Nun folgt der zweite Teil zu den beiden Einsteigerabenteuern, die in dem Band ebenfalls enthalten sind.

Zwist der Geschwister:
In „Zwist der Geschwister“ werden die Abenteurer von einem verschüchtertem Gnom engagiert ihn zu beschützen, vor seiner Schwester. Neben dem Schutzauftrag finden die Abenteurer heraus, dass das Erbe, welches der verstorbene Vater hinterlassen hat, nicht ohne weiteres angetreten werden kann.
Hier ist eine Schnitzeljagd durch die Hafenstadt Arwingen zu absolvieren, um dem potentiellen Erben zu helfen.
Das Abenteuer ist gut geschrieben und enthält viele Hinweise wie man das Abenteuer als Spielleiter angehen kann. Gerade für Einsteigergruppen, die erste Schritte in der Welt von Splittermond wagen ist dieses Abenteuer gut geeignet. Da die Abenteurer Hinweisen durch die komplette Stadt hinterherjagen lernen sie den Ort und seine Besonderheiten gut kennen.

Seelenqualen:
Dieses Abenteuer führt die Spieler hinaus aus der Hafenstadt Arwingen. Die Hauptverkehrsstraße, welche Arwingen mit der Hauptstadt Sarnburg verbindet, entlang zum Seelenmoor. Sie folgen dem Hinweis eines Pristers, der alte Dokumente gefunden hat, welche von einer Verfluchtem Mann und einem ebenso verfluchtem Schatz spricht.
Ob nun aus edlen Beweggründen, dem Priester zu helfen die verdammte Seele zu befreien, oder um den Wertvollen Schatz abgreifen zu können, finden sich die Abenteurer schnell auf dem Tränendamm wieder und betreten später das nicht ungefährliche Seelenmoor.
Bei diesem Abenteuer handelt es sich um eine kleine Schatzsuche, mit einigen zufälligen Begegnungen. Hier können die Spieler viel über das Seelenmoor und einige historischen Hintergründe zu der Herrschaft durch die Drachlinge erfahren. Da die vergangene Drachlingsherrschaft in der Welt von Splittermond ein sehr wichtiger und prägender Bestandteil der kulturellen Entwicklung sämtlicher Völker auf Lorakis ist, ist auch dieses Abenteuer für Einsteiger in diese Welt sehr gut geeignet.

Die Arwinger Mark – Im Schatten des Kynhold

CoverRezension – Teil 1
Seit diesem Monat erhältlich befasst sich die erste Regionalbeschreibung von Splittermond mit der Arwinger Mark. Als Einsteigerregion betitelt, soll sie Neueinsteigern in der Welt von Splittermond als Schauplatz für ihre ersten Abenteuer dienen. Die in diesem Band vorhandenen Abenteuer werde ich, nach dem ich sie gespielt habe, separat rezensieren.

Äußerlichkeiten:
Die Erweiterung kommt als 56 Seiten umfassendes Softcover im Vollfarbdruck daher. Das Cover und sonstige Bebilderung gefällt mir sehr gut, wichtige Textpassagen werden in blauen Kästen hervorgehoben. Auf den letzten Seiten befindet sich eine Karte der Region so wie der Hauptstadt Arwingen und die Handouts für die Abenteuer. Alles in allem macht das Heft einen runden Eindruck.

Der Inhalt:
Nach einem kleinen Vorwort wird zunächst jeweils in kurzen Abschnitten auf die Geschichte, dass allgemeine Leben, Handwerk und Handel, Kleidung und Essen in der Arwinger Mark eingegangen. Hier findet sich auch eine Liste mit typischen Namen so wie eine Beschreibung des Tatzenbur, einem schmackhaften Pilz mit scheinbar magischen oder auch einfach nur psychoaktiven Kräften. Nachfolgend Abschnitte über Recht und Gesetz, Glaube und Magie sowie den Schmuggel mit Mondstein. Im Anschluss folgt eine Übersicht des Landes, der Flora und Fauna und eine kleine Box informiert über die vorkommenden Feenwesen.
Nach diesem ersten Teil beginnt die dedizierte Beschreibung der Region bzw. der einzelnen Schauplätze. Es werden die Landstriche »Zwischen Seelenmoor und Norwen«, »Die Nördlichen Wälder«, »Die Küste« so wie das nördliche und südliche Kynhold Gebirge unterschieden. Außerdem noch die Beschreibung Arwingens, welcher als Hauptstadt der Mark ein größerer Abschnitt gewidmet wurde, sowie des Großen Weges, der Haupthandelsstraße der Mark. Insgesamt sind die Beschreibungen sehr stimmungsvoll. Es sind genug Hintergrundinformationen vorhanden um eine gute Vorstellung von der Region zu bekommen, man muss aber nicht seitenlang durch, für Abenteurer irrelevante, Details lesen. Klar wurde der Fokus auf Abenteuerinspiration gelegt und davon findet sich eine Menge. Sei es in den dunklen, an die Verheerten Lande grenzenden, Wäldern im Norden, im unheimlichen Seelenmoor oder zwischen den Heliten, -über 100 Meter steilen, vor der Küste der Mark liegenden Karstinseln, man bekommt allerhand Stoff für Geschichten geliefert. Insgesamt umfasst dieser Teil der Spielhilfe 25 Seiten, nicht viel, wenn man auf die Regionalbeschreibungen von DSA schaut. Wenn man im Hinterkopf behält, dass die beschriebene Region auf der Karte von Lorakis gerade mal halb so groß ist wie mein Daumennagel, relativiert sich dieser Eindruck allerdings. Zu den beiden Abenteuern möchte ich hier, wie gesagt, noch nichts schreiben, der erste Teil des Heftes hat mir aber voll und ganz gefallen und reiht sich in die hohe bestehende Qualität der Splittermond Produkte ein.