OrcQuest – A Cardgame

Letztes Jahr bin ich beim Recherchieren im Internet auf eine Kickstarterkampagne gestoßen, die das Kartenspiel ‚OrcQuest‘ von Maze Games unterstützen sollte, damit dieses realisiert werden kann.orcquest-game
Wie so oft habe ich mich vom Äußeren dazu verleiten lassen, diese Kampagne zu unterstützen. Aber ganz ehrlich – was hätte ich auch machen sollen bei einem Spiel, dass das Coverdesign von klassischen Brettspiel HeroQuest nimmt und mit Orks neu gestaltet.
Das Projekt lief erfolgreich und wurde nun ausgeliefert, sodass ich was dazu sagen kann.

Das Spiel:

OrcQuest kann man ab zwei und mit bis zu sechs Mitspielern spielen. Jeder Spieler erhält eine Charakterkarte des Orks den er spielt. Das Ziel der Orks ist es eigentlich einfach nur durch die Lande zu ziehen und sich zu behaupten, gegen alles und jeden der ihnen über den Weg läuft.
Tatsächlich gibt es nicht sowas wie ein konkretes erzählerisches Element, das die Orks antreibt, welches dann mit dem Spielziel verknüpft wurde. Wie zum Beispiel König der Orks zu werden oder ähnliches, wie es in anderen Spielen häufig eingebaut wird.
Das Regelheft ist sehr schmal und lässt sich gut lesen. Besonders toll ist es, dass an vielen Stellen witzige Anmerkungen eingebaut wurden, die sich auf die orkische Kultur beziehen. So wird zum Bespiel der Startspieler der ersten Partie dadurch bestimmt, wer der Größte am Spieltisch ist, weil das so nun mal bei Orks so ist.

Spielweise:

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler zufällig eine Charakterkarte, die alle mit einer einzigartigen Spezialfähigkeit des jeweiligen Orks versehen sind und sechs Handkarten.
Es wird ein Kartenstapel zum Aufziehen und einer zum Ablegen von Karten bereitgestellt, die Lebensmarker entsprechend der Angaben zu den jeweiligen Charakteren verteilt und eine Herausforderungskarte auf die Mitte des Tisches platziert.
Der Startspieler nimmt sich den Token der anzeigt, dass er der aktive Spieler ist und zieht eine Karte vom Kartenstapel.Karten
Der sollte sich nun einer Herausforderung stellen; dies können Kämpfe, Fallen oder Ergreifungen sein. Diese Herausforderungen können von der Hand gespielt werden oder die in der Tischmitte platzierte permanente Herausforderung verwendet werden.
Nun können alle anderen Spieler intervenieren. Sie können die Herausforderung schwieriger machen oder den aktiven Spieler streitig machen. Oder der aktive Spieler zwingt andere Spieler diese Aufgabe für ihn zu erfüllen oder ihn zu unterstützen. Nachdem die Karten ausgespielt sind, wird versucht die Herausforderung zu bestehen, hierfür werden entsprechend auf der Hausausforderungskarte abgebildete Würfel geworfen und ausgewertet. Bei ausreichend Erfolgen gilt die Herausforderung als geschafft und der aktive Spieler erhält die Belohnung. Sollte die Herausforderung sich als zu schwer erweisen, verliert der aktive Spieler im Regelfall die angegebenen Lebenspunkte und ggf. auch Handkarten.challenge
Sobald der aktive Spieler angibt, dass sein Zug beendet ist, nimmt sich der nächste Spieler den „aktiver Spieler“-Marker und beginnt seinen Zug.

Fazit:

Die Möglichkeiten sich gegenseitig in die Suppe zu spucken sind ebenso vielfältig wie boshaft. Es ist definitiv ein Spiel, bei dem alle Mitspieler Spaß verstehen müssen, da in jedem Zug Unvorhergesehenes passiert und man von seinen Mitspielern immer wieder scheinbar unfairen Tricks und Gemeinheiten ausgesetzt ist. Dies ist aber ganz klar das Ziel des Spiels.
Zu zweit macht das Spiel nicht sonderlich viel Spaß, da einige der Mechaniken erst ab einer höheren Anzahl an Mitspielern vernünftig greifen. Mit aber einer entsprechenden Spieleranzahl kann das Spiel, sobald alle Beteiligten die Karten verstanden haben und wissen wie das Spiel abläuft, sehr viel Dynamik aufbauen und auch viel Spaß bringen.

Mein Hauptkritikpunkt sind die „billiger Trick“-Karten, bei denen teilweise die Beschreibung nicht ganz eindeutig zu verstehen ist, und das kann dann am Spieltisch schon mal zu Diskussionen führen. Die Karten werden im Regelbuch nicht einzeln erklärt und behandelt sondern lediglich mit dem Vermerk auf den Kartentext erwähnt. Hier sind also auch die gut geschriebenen Regeln keine Hilfe.
Da das Spiel von der französischen Firma  Maze-Games produziert wurde und es das Spiel auch auf Französisch oder in einer englischen Übersetzung gibt und ich die englische Edition habe kann ich nicht beurteilen ob ggf. die Texte auf den französischen Karten klarer sind.

OrgasMe! – sex turned into a card game

OrgasMe.jpgGleich zu Beginn möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei dem Kartenspiel, das von Michael Neumann entwickelt wurde, nicht um das Erleben physischer sexueller Interaktion geht. Hier besteht keine Verwandschaft mit den Spieleklassikern wie „Flaschendrehen“ oder „Wahrheit oder Pflicht“.
Das Spiel verwendet allerdings teils explizite Darstellungen sexueller Praktiken und der Spielerfolg wird anhand eines OrgasMeters ermittelt.

Das Spiel:

action.pngMit „OrgasMe!“ erhält man ein Spiel das man mit 2 bis 6 Spielern spielen kann, in welchem es darum geht seine Mitspieler zum „Orgasmus“ zu bringen und diesen selbst noch nicht erreicht zu haben.
Es werden dazu die in Comicgrafik bebilderten Karten genutzt, um seine Gegenspieler dem Höhepunkt näher zu bringen und dann den Sieg davonzutragen.
Die Sexuellen Praktiken die dargestellt werden, stellen ein sehr großes und vielfältiges Spektrum dessen dar, was vorstellbar ist- von Missionarsstellung bis Kaviar ist alles dabei.

Spielweise:

Jeder Spieler wählt zwei unterschiedliche Präferenz-Karten bevor das Spiel startet, die seine sexuellen Vorzüge symbolisieren. Auf jeder Präferenz-Karte stehen Spezialfähigkeiten, die man als Spieler hat. Man erhält nicht anfangs Handkarten, sondern stattdessen ziehen zu Beginn jedes Spielzuges alle Spieler jeweils eine Karte. Der Spieler, der am Zug ist, darf, sofern er eine Aktions-Karte ausgespielt hat, am Ende seines Zuges ebenfalls eine Karte nachziehen. Auf Aktions-Karten dürfen Spieler, die von dieser Karte betroffen wären, eine Reaktions-Karte spielen.reaction.png
Neben Aktions- und Reaktions-Karten gibt es auch Event-Karten, die die gesamte Spielrunde betreffen und nicht nur die beiden Spieler, die gerade gegeneinander spielen.
Spielt man zu zweit, befindet man sich im Duellmodus. Hier ist es gestattet, mehrere Attacken gegen seinen Mitspieler durchzuführen. Bei mehr als zwei Spielern ist jeweils nur eine Attacke auf jeden einzelnen Spieler im eigenen Zug erlaubt.
Eine Attacke mit einer Aktions-Karte erhöht die Anzeige auf dem OrgasMeter regulär um eins, es sei denn, dass diese Karte eine oder beide Präferenzen des Spielers, gegen den die Attacke ausgeführt wird, entspricht. In dem Fall steigt pro übereinstimmender Präferenz das OrgasMeter um jeweils einen weiteren Punkt. Ist das Ende des OrgasmMeters erreicht, hat der Mitspieler quasi einen Orgasmus und scheidet aus dem Spiel aus.
Das Ziel des Spiels ist es, alle anderen Mitspieler zum Orgasmus gebracht zu haben und als Einziger übrig zu bleiben.

Fazit:

„OrgasMe!“  macht richtig viel Spaß: Es ist leicht zu verstehen und recht schnell gespielt. Gerade in einer größeren Runde ist es sehr witzig, sich gegenseitig zum gespielten Orgasmus bringen zu wollen. Besonder interessant machen das Spiel die Spezialfähigkeiten der Präferenz-Karten, die das Spiel und seine Dynamik stark variieren können.

Die Karten sind sehr schön gestaltet und mir persönlich gefällt, dass bei den Darstellungen nicht ausschließlich heterosexuelle Paarungen gezeigt werden, sondern allerlei mögliche Konstellationen. Auch die Karten die Dominanz darstellen, zeigen nicht immer die Frau in devoter Stellung, sondern wechseln sich mit der Darstellung von dominierten Männern ab.

Ein Manko ist die Tatsache, da das Spiel für einen internationalen Mark ausgelegt wurde, dass es komplett auf Englisch verfasst wurde. Es gibt zwar auch deutschsprachige Regeln zum Downloaden, aber wer dem Englischen gar nicht mächtig ist, wird mit den Erläuterungen auf den Karten teilweise Probleme bekommen. Wer grundlegende Englischkenntnisse besitzt, sollte hier keine Schwierigkeiten haben, da die Regeln einfach gehalten sind und die Texte auf den Karten auch leicht verständlich sind.

Das Spiel ist von den Zeichnungen her teils recht freizügig, also sollten alle Mitspieler volljährig sein. Es mag auch Volljährige geben, die das Spiel missverstehen und als Aufforderung betrachten, die jeweilige Situation nachstellen zu wollen oder die Anstoß daran nehmen, wenn Sexpraktiken dargestellt werden, die der realen Präferenz nicht entsprechen. Für alle anderen spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Es ist nicht für einen abendfüllenden Spieleabend gedacht, aber ein kurzes Spiel zur Auflockerung zwischen zwei aufreibenden Partien Risiko oder als Ergänzung zu Kartenspieleabenden ist es hervorragend geeignet.