Eldritch Horror

EH01_BoxLid-GERMAN.inddEldritch Horror lautet der Name des 2014 beim Heidelberger Spielverlage erschienenen Spiels, welches sich mit dem Kampf einer Handvoll Ermittler gegen das Erwachen eines der »Großen Alten« aus Lovecrafts Cthulhumythos beschäftigt. Wer bei dem Spiel sofort an Arkham Horror denken muss, liegt nicht falsch, man könnte Eldritch Horror quasi als das Schwesterspiel von Arkham Horror bezeichnen.
Das Spiel:
Wie Arkham Horror so ist auch Eldritch Horror ein kooperatives Spiel, in dem die Spieler gemeinsam versuchen, das Erwachen des »Großen Alten« zu verhindern. Hierfür muss in Eldritch Horror allerdings verschiedene Städte und Orte auf der ganzen Welt bereist und Expeditionen in entlegene Gebiete unternommen werden. Die Vernichtung der Welt kann nur aufgehalten werden, indem verschiedene Mysterien gelöst werden, welche bestimmten Aufgaben entsprechen.

Spielweise:

Auch bei Eldricht Horror gehört eine gehörige Portion Glück dazu, um das Spiel bezwingen zu können. Im Gegenteil zu Arkham Horror können hier aber nicht »einfach« die Tore auf ewig versiegelt werden, sondern man kann diese nur temporär schließen. Gemeinsames taktisches Vorgehen gehört aber dazu, da es häufig an verschiedenen Enden der Welt gleichzeitig brennt. Nur wer sich aufteilt und seine Ressourcen klug einsetzt, hat eine Chance, dem »Großen Alten« und ihren Anhängern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Fazit:

Auch Eldricht Horror ist ein gnadenloses Spiel. Im Gegensatz zu Arkham Horror ist das voranschreiten des Verderbensmakers jedoch zufälliger. So kann es sein, dass eine Spielrunde, welche zunächst noch sehr positiv für die Spieler aussieht, sich in wenigen Zügen in einen Alptraum verwandeln kann. Ein Spaß bleibt es aber trotz allem, denn: Wer Lovecraft liebt, weiß, dass den Protagonisten in seinen Geschichten meist nichts Gutes blüht und kann das Ganze auch mit Humor nehmen. Für Leute mit viel Ehrgeiz bringen die verschiedenen »Großen Alten«, die als Gegner gewählt werden können und der sich damit ändernde Spielverlauf, stetig neue Herausforderungen. Alles in allem ist es ein tolles Spiel und eine schöne Alternative zu Arkham Horror, doch auch hier sollte genug Zeit mit eingeplant werden.

Arkham Horror

CoverEin kooperatives Brettspiel vom Heidelberger
Spieleverlag
basierend auf dem Cthulhu-Mythos, geschaffen aus Erzählungen von H.P. Lovecraft.
Jeder Mitspieler übernimmt die Rolle eines Ermittlers, welcher von der Bedrohung durch einen „Großen Alten“ erfahren hat. Als eben jener Ermittler streift man durch die Stadt Arkham und durch seltsame Dimensionen, auf der Suche nach Hinweisen, um das Erwachen des bösen Gottes zu verhindern.

Das Spiel:

Arkham Horror ist ein kooperatives Spiel, indem sich die Ermittler gemeinsam den Herausforderungen des Spielbretts stellen. Das Brett agiert durch automatische Mechanismen im Spielablauf gegen die Bemühungen der Spieler.
Ziel des Spiels ist es, durch das Schließen oder Versiegeln von Dimensionstoren das Erwachen des „Großen Alten“ zu verhindern oder, wenn dies nicht gelingt den „Großen Alten“ zu bekämpfen nachdem dieser erwacht ist.

Spielweise:

Arkham

Taktik und Glück sind die Eigenschaften, die es braucht, um das Spiel zu bezwingen. Man muss als Gruppe agieren und gemeinsam überlegen, wie man vorgeht.
Das bringt jedoch gar nichts, wenn mit jeder Spielrunde der „Große Alte“ seinem Erwachen näher kommt und Monsterfluten die Stadt überrennen.

Bei so ziemlich jeder Aktion, die von den Spielern oder durch die Spielmechanik ausgelöst werden, steigt die Verderbensleiste und das Spielende rückt näher.
Ein Dimensionstor öffnet sich – Verderbensleiste steigt
Ein Gerücht wird nicht aufgeklärt – Verderbensleiste steigt
Ein Spieler niest – Verderbensleiste steigt

Spielerlebnis:

Die Spielmechanik, gegen die die Spieler antreten, kommt den Spielern schnell unfair vor, was jedoch dem Spielspaß keinen Abbruch tut. Schließlich kann man gemeinsam über das Spielbrett lästern, welches eindeutig zu schummeln scheint.
Etwas inkonsequent zum Setting „Cthulhu-Mythos“ wirkt es, dass den Ermittlern, solange der „Große Alte“ nicht erwacht ist, nichts passieren kann.
Ein verstörendes Erlebnis sorgt zum Beispiel dafür, dass der Ermittler seine geistige Gesundheit vollständig verliert oder der Kampf gegen ein Monster reduziert seine Ausdauer auf 0 und dennoch übersteht der Spieler diese Situation. Er erwacht lediglich in Sanatorium bzw. Hospital.
Erst das Erscheinen des bösartigen „Großen Alten“ bedroht das Heil der Spielercharaktere. Jedoch ist der Kampf gegen den „Großen Alten“ zumeist komplett aussichtslos.

Fazit:

Das Spiel ist ein großer Spaß für frustrationstolerante Spieler oder für solche, die generell viel Freude am Cthulhu-Mythos und lovecraftschen Geschichten haben. Zumal der vergebene Kampf gegen übermächtige Götter Thema und Kern des Mythos sind.
Die Regeln sind sehr komplex und teils unübersichtlich. Hier empfiehlt es sich, bei jeder Partie einen Spieler dabei zu haben, der das Spiel nicht zum ersten Mal spielt.
Das erste Aufbauen des Spielbretts, für das man einen großen Spieltisch benötigt und das Erläutern der Regeln für neue Mitspieler ist ziemlich zeitintensiv, was man dringend mit einplanen sollte.
Mehrere Stunden reine Spielzeit sorgen dafür, dass dieses Spiel sich nicht für spontane Spielrunden eignet. Dafür wird man allerdings mit intensiven Spielerlebnissen belohnt.
Arkham Horror bleibt dauerhaft spannend und ermöglicht viele unterschiedliche Partien. Es ist anspruchsvoll, wer aber einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, das Spiel zu schlagen, wird es immer wieder spielen wollen.
Zudem bietet der Heidelberger Spieleverlag viele Spielerweiterungen an, welche die Schwierigkeit noch weiter erhöhen und dafür sorgen, dass keine Langeweile auftritt.