The Witcher – Abenteuerspiel

Das Brettspiel „The Witcher – Abenteuerspiel“ basiert auf der Computerspielreihe umwitcherh.png den Hexer Geralt von Riva. Das Computerspiel, ein Action-Rollenspiel, basiert seinerseits auf einer Buchreihe des polnischen Fantasy-Schriftstellers Andrzej Sapkowski.
Mit dem Hexer und Monsterjäger erlebt der Spieler viele unterschiedliche Abenteuer und erfüllt eine Vielzahl an Questen mit denen er durch das Land reist.

Das Spiel:

Dieses Spiel kann man mit zwei bis vier Personen spielen, wobei jeder Spieler eine von vier möglichen Figuren Übernimmt. Neben Geralt stehen noch Triss Merigold, der Barde witcherf.jpgRittersporn und der Zwergenkämpfer Yarpen Zigrin zur Verfügung. Jede dieser Figuren Spielt sich anders und es werden für sie auch unterschiedliche Mechanismen benötigt.
Man bewegt seine Figur auf dem Spielbrett um seine Eigenen Questen zu erledigen und auf diese Weise Siegpunkte zu sammeln.
Wie auch im Computerspiel spielt man zum Teil mit den anderen Spielern zusammen, aber dennoch verfolgt jeder seine Ziele. Eine Partie des Spiels gewinnt man indem man zum Zeitpunkt des Spielendes die Meisten Siegpunkte hat.
Einige Besonderheiten des Spiels sind zum einen die sehr schön gestalteten Spielfiguren, bei denen sehr viele kleine Details erkennbar sind. Bei den Kunststofffiguren sind sogar die Bases unterschiedlich gestaltet. Bei Triss‘ Spielfigur kann man sehen wie sie ein paar steinerne Stufen hinuntersteigen. Die Regeln sind nicht witcherc.pngeinfach in einem Regelheft zusammen gefasst sondern neben den Spielregeln findet sich auch noch ein Referenzhandbuch. In den Spielregeln stehen alle grundsätzlich benötigten Regeln, die zum starten des Spiel benötigt werden. Das Referenzhandbuch enthält die im Spiel ggf. vorkommenden Sonderfälle und soll weiterführende Regelfragen die ggf. im Spielablauf auftreten klären.

Spielweise:

Nachdem jeder Spieler seine Figur gewählt hat setzt jeder seine Figur auf Spielfeld. Jeder Spieler zieht Questkarten und wählt davon eine aktive aus. Auf jeder dieser Karten ist eine Hauptquest angegeben, die der Spieler beenden kann, um die Siegpunkte einzustreichen und sich dann eine neue Questkarte zu wählen. Neben der Hauptquest sind auch immer zwei Nebenquesten und eine Unterstützerquest drauf. Diese zu erledigen kann zusätzliche Siegpunkte einbringen. Die Unterstützerquest kann nicht durch einen selber, sondern nur durch einen Mitspieler ausgeführt werden, der dafür ebenfalls Siegpunkte erhält.
Nun kann ausgelost werden, wer das Spiel beginnt. Jeder Spieler hat in seinem Zug die WitcherA3Möglichkeit zwei Aktionen durchzuführen, diese sind auf dem Charakterblatt gekennzeichnet und werden entsprechend, welche gewählt wurden mit einem Marker belegt. Neben diesen Aktionen kann man noch eine beliebige Anzahl an Freien Aktionen durchführen. Sobald ein Spieler seinen Zug beendet, muss er noch den Gefahren der Region begegnen in der er sich zu diesem Zeitpunkt aufhält.
Die einzelnen Regionen, die man bereisen kann, können unterschiedliche Hinweise zum Erfüllen der Questen liefern und sind Farblich unterschiedlich markiert. In jeder Region können zufällige Kreaturen auf einen lauern oder über Unglücksmarker zufällige andere Begegnungen das erfüllen der Aufgaben erschweren.
Das erfüllen der Hauptquest hat neben der Siegpunkte die man erhält auch immer weitere Konsequenzen, die nicht immer rein positiv sind.

Fazit:

Das Abenteuerspiel lässt die Anlehnung an das namensgebende Computerspiel erkennen. Viele der Mechaniken sind klar an Computerrollenspiele angelehnt und greifen diese auch gut auf. Während des Spielens gibt es viele Momente in denen Spieler der Computerspiele die Welt wiedererkennen.

Der Spielplan wirkt teils etwas überladen, es gibt viele Bestandteile des Spiels die alle immer beobachtet werden sollten und sich auch auf das Spiel auswirken. Da jeder Spieler eine große Menge an eigenen Karten vor sich aufbauen muss, wird auch ein großer Tisch zum Spielen benötigt.

Dem Konzept der zwei Regelhefte stehe ich gespalten gegenüber. Nachdem ich die Regeln gelesen hatte sollte ich laut Beschreibung in der Lage sein mit dem Spiel zu starten. Dieses Gefühl hatte ich allerdings nicht. Gleich zu Beginn habe ich das Referenzhandbuch rausgeholt und einige weitere Informationen nachgeschlagen bevor wir mit dem Spiel begonnen haben.
Andererseits ist damit das Ziel erfüllt, dass man schneller mit dem Spiel startet und die speziellen Eigenarten des Spiel eher während des Spiels herausfindet anstatt sich erst durch eine Lange und komplexe Anleitung durchzuwühlen. Tatsächlich fühlt es sich nach einiger Zeit so an, als hätte man einen Mitspieler an seiner Seite, der das Spiel kennt und es einem während des Spielens erklärt.

Die ersten Spielzüge sind holprig und man wird bei der ersten Partie immer mal wieder etwas übersehen und aus den Augen verlieren. Aber bereits während des erstens Spiels entwickelt sich ein angenehmer Spielfluss und auch das Arbeiten mit dem Referenzhandbuchs wird sehr schnell zur Gewohnheit.

Das Spiel macht Spaß und ist für Fans der Computerspielreihe, die auch auf Brettspiele stehen, auf jeden Fall ein Muss. Das Spiel ist bei jeder Partei ein anderes durch die wechselnden Questen und vielen Zufallsmechanismen. Der wiederspielwert wird auch dadurch gesteigert, dass sich das Spiel mit einer anderen Spielfigur schnell anders anfühlt und man ganz andere Herangehensweisen an die einem gestellten Aufgaben entwickeln muss.

Einlagen für Brettspielkartons

Inlay im KartonViele der besonders beliebten und gefragten Brettspiele beinhalten eine Vielzahl an Karten, Token, Pappschnipseln und Figuren. Oftmals steht man, nachdem man ein Spiel zum ersten Mal ausgepackt und aufgebaut hat, vor der Herausforderung, dies wieder in seinen Karton zu packen. Bei den meisten Spielen schafft man es zwar, irgendwie alles in die Verpackung zu quetschen, aber jedes Mal wenn man das Spiel wieder herausholt und zu Spielbeginn aufbauen möchte, geht die Sortiererei los.
Kartenstapel müssen voneinander getrennt werden, die Münzen liegen überall im Karton und die Lebenspunktemarker haben sich mit den Magiemarkern vermischt.

Ich möchte euch hier zeigen, wie ich versuche, dem Chaos in Brettspielkartons Herr zu werden und damit auch die Vorbereitungszeit zu minimieren, wodurch vielleicht nach der ersten Partie noch Zeit für eine zweite bliebe.

Ich zeige das Erstellen solcher Einlagen am Beispiel des Brettspiels „Talisman“ vom Heidelberger Spieleverlag. Das Spiel beinhaltet drei unterschiedliche Spielsteine, welche die Lebenspunkte, die Stärke und das Talent (Magieattribut) darstellen. Diese gibt es jeweils in zwei Ausführungen, dem einfachen und dem großen Stein, welcher für fünf Punkte steht. Dann gibt es kleine Spielgeldmünzen, einen Haufen an unterschiedlichen Karten, die Charakterbögen und die Spielfiguren.

Als erstes habe ich die Höhe des Spielkartons ausgemessen, in diesem Fall 7 cm. Die Höhe des gefalteten Spielplans (1 cm), da dieser ja auch noch mit in den Karton passen soll.
Ich habe zwei Schaumstoffraster in der Höhe 2,5 cm bestellt und zwei Schaumstoffböden mit 0,4 cm Höhe. Die Kurze Seite misst 34.5 cm, ideal für den Spielekarton und die Langeseite ist mit 55 cm etwas zu lang. Hier muss man Boden und Raster entsprechend zuschneiden, damit es passt. Dann hat man die Rohlinge für zwei Ebenen, in denen man die Raster für die eigenen Bedürfnisse anpassen kann.

Nun habe ich festgelegt, wo welche Spielutensilien abgelegt werden sollen und wie groß die Felder dafür sein müssen. Danach konnte ich die Raster entsprechend auftrennen. Bevor das Ganze dann verklebt, wird nochmals überprüft, ob es auch vernünftig passt.

Nachdem alles zu meiner Zufriedenheit vorbereitet ist, habe ich die Folie von der Unterseite des Rasters entfernt und den zugeschnittenen Boden sorgsam festgeklebt. Jetzt kann der Inhalt des Spiels in die neuen Schaumstoffeinlagen wandern und man freut sich gleich darauf, das Spiel bald möglichst wieder zu spielen.

Eldritch Horror

EH01_BoxLid-GERMAN.inddEldritch Horror lautet der Name des 2014 beim Heidelberger Spielverlage erschienenen Spiels, welches sich mit dem Kampf einer Handvoll Ermittler gegen das Erwachen eines der »Großen Alten« aus Lovecrafts Cthulhumythos beschäftigt. Wer bei dem Spiel sofort an Arkham Horror denken muss, liegt nicht falsch, man könnte Eldritch Horror quasi als das Schwesterspiel von Arkham Horror bezeichnen.
Das Spiel:
Wie Arkham Horror so ist auch Eldritch Horror ein kooperatives Spiel, in dem die Spieler gemeinsam versuchen, das Erwachen des »Großen Alten« zu verhindern. Hierfür muss in Eldritch Horror allerdings verschiedene Städte und Orte auf der ganzen Welt bereist und Expeditionen in entlegene Gebiete unternommen werden. Die Vernichtung der Welt kann nur aufgehalten werden, indem verschiedene Mysterien gelöst werden, welche bestimmten Aufgaben entsprechen.

Spielweise:

Auch bei Eldricht Horror gehört eine gehörige Portion Glück dazu, um das Spiel bezwingen zu können. Im Gegenteil zu Arkham Horror können hier aber nicht »einfach« die Tore auf ewig versiegelt werden, sondern man kann diese nur temporär schließen. Gemeinsames taktisches Vorgehen gehört aber dazu, da es häufig an verschiedenen Enden der Welt gleichzeitig brennt. Nur wer sich aufteilt und seine Ressourcen klug einsetzt, hat eine Chance, dem »Großen Alten« und ihren Anhängern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Fazit:

Auch Eldricht Horror ist ein gnadenloses Spiel. Im Gegensatz zu Arkham Horror ist das voranschreiten des Verderbensmakers jedoch zufälliger. So kann es sein, dass eine Spielrunde, welche zunächst noch sehr positiv für die Spieler aussieht, sich in wenigen Zügen in einen Alptraum verwandeln kann. Ein Spaß bleibt es aber trotz allem, denn: Wer Lovecraft liebt, weiß, dass den Protagonisten in seinen Geschichten meist nichts Gutes blüht und kann das Ganze auch mit Humor nehmen. Für Leute mit viel Ehrgeiz bringen die verschiedenen »Großen Alten«, die als Gegner gewählt werden können und der sich damit ändernde Spielverlauf, stetig neue Herausforderungen. Alles in allem ist es ein tolles Spiel und eine schöne Alternative zu Arkham Horror, doch auch hier sollte genug Zeit mit eingeplant werden.

Arkham Horror

CoverEin kooperatives Brettspiel vom Heidelberger
Spieleverlag
basierend auf dem Cthulhu-Mythos, geschaffen aus Erzählungen von H.P. Lovecraft.
Jeder Mitspieler übernimmt die Rolle eines Ermittlers, welcher von der Bedrohung durch einen „Großen Alten“ erfahren hat. Als eben jener Ermittler streift man durch die Stadt Arkham und durch seltsame Dimensionen, auf der Suche nach Hinweisen, um das Erwachen des bösen Gottes zu verhindern.

Das Spiel:

Arkham Horror ist ein kooperatives Spiel, indem sich die Ermittler gemeinsam den Herausforderungen des Spielbretts stellen. Das Brett agiert durch automatische Mechanismen im Spielablauf gegen die Bemühungen der Spieler.
Ziel des Spiels ist es, durch das Schließen oder Versiegeln von Dimensionstoren das Erwachen des „Großen Alten“ zu verhindern oder, wenn dies nicht gelingt den „Großen Alten“ zu bekämpfen nachdem dieser erwacht ist.

Spielweise:

Arkham

Taktik und Glück sind die Eigenschaften, die es braucht, um das Spiel zu bezwingen. Man muss als Gruppe agieren und gemeinsam überlegen, wie man vorgeht.
Das bringt jedoch gar nichts, wenn mit jeder Spielrunde der „Große Alte“ seinem Erwachen näher kommt und Monsterfluten die Stadt überrennen.

Bei so ziemlich jeder Aktion, die von den Spielern oder durch die Spielmechanik ausgelöst werden, steigt die Verderbensleiste und das Spielende rückt näher.
Ein Dimensionstor öffnet sich – Verderbensleiste steigt
Ein Gerücht wird nicht aufgeklärt – Verderbensleiste steigt
Ein Spieler niest – Verderbensleiste steigt

Spielerlebnis:

Die Spielmechanik, gegen die die Spieler antreten, kommt den Spielern schnell unfair vor, was jedoch dem Spielspaß keinen Abbruch tut. Schließlich kann man gemeinsam über das Spielbrett lästern, welches eindeutig zu schummeln scheint.
Etwas inkonsequent zum Setting „Cthulhu-Mythos“ wirkt es, dass den Ermittlern, solange der „Große Alte“ nicht erwacht ist, nichts passieren kann.
Ein verstörendes Erlebnis sorgt zum Beispiel dafür, dass der Ermittler seine geistige Gesundheit vollständig verliert oder der Kampf gegen ein Monster reduziert seine Ausdauer auf 0 und dennoch übersteht der Spieler diese Situation. Er erwacht lediglich in Sanatorium bzw. Hospital.
Erst das Erscheinen des bösartigen „Großen Alten“ bedroht das Heil der Spielercharaktere. Jedoch ist der Kampf gegen den „Großen Alten“ zumeist komplett aussichtslos.

Fazit:

Das Spiel ist ein großer Spaß für frustrationstolerante Spieler oder für solche, die generell viel Freude am Cthulhu-Mythos und lovecraftschen Geschichten haben. Zumal der vergebene Kampf gegen übermächtige Götter Thema und Kern des Mythos sind.
Die Regeln sind sehr komplex und teils unübersichtlich. Hier empfiehlt es sich, bei jeder Partie einen Spieler dabei zu haben, der das Spiel nicht zum ersten Mal spielt.
Das erste Aufbauen des Spielbretts, für das man einen großen Spieltisch benötigt und das Erläutern der Regeln für neue Mitspieler ist ziemlich zeitintensiv, was man dringend mit einplanen sollte.
Mehrere Stunden reine Spielzeit sorgen dafür, dass dieses Spiel sich nicht für spontane Spielrunden eignet. Dafür wird man allerdings mit intensiven Spielerlebnissen belohnt.
Arkham Horror bleibt dauerhaft spannend und ermöglicht viele unterschiedliche Partien. Es ist anspruchsvoll, wer aber einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, das Spiel zu schlagen, wird es immer wieder spielen wollen.
Zudem bietet der Heidelberger Spieleverlag viele Spielerweiterungen an, welche die Schwierigkeit noch weiter erhöhen und dafür sorgen, dass keine Langeweile auftritt.