Adventure Con – 2017

Jonas und ich haben es geschafft der „Adventure Con“ im Eidelstedter Bürgerhaus einen Besuch abzustatten. Da wir beide in Hamburg leben sollte das auch nicht so schwer sein, jedoch ist bei uns gerade viel Aktion.

Was bei uns passiert:

Mein Schatz hat sich auf den Weg gemacht. Auf einen weiten Weg sogar. Für ein Auslandssemester nach China. Wir werden ein halbes Jahr getrennt sein. Und der Abflug lag genau mit dem Con-Wochenende zusammen.
Jonas bereitet sich momentan auf einen Umzug vor. Der Umzug findet zwar nur innerhalb Hamburgs Grenzen statt, aber dennoch ist sein Leben momentan auf ein paar Kartons reduziert und odentlich im Wohnungsflur gestapelt.

Die Con:

Am Samstag, der über drei Tage laufenden Convention, hatten wir es geschaft uns im Eidelstedter Bürgerhaus einzufinden. Der Ort war leicht gefunden. Ein großes Banner über dem Eingang teilte einem mit, das man hier richtig war.

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Gesammeltes von der Con

Nachdem man direkt am Eingang seinen Eintritt bezahlt hat, sah man auch gleich den Aushang mit Spielgruppen. Aber erstmal umsehen.
Die erste Tür führte einen Bereits in die Cantina, wo man sich mit Getränken und etwas zu Essen versorgen konnte. Angeschlossen an die Cantia war ein Raum in dem bereits mehrere Spielrunden stattfanden. Wir durchstreiften die weiteren Räume und sahen viele Spieler und Spielgruppen. Einen kleinen Verkaufstand auf der zweiten Etage vom „Atlantis“ dem Hamburger Laden für Rollenspielbedarf und damit hat es sich schon. Die „Adventur Con“ ist ein kleines Event, dass sich auf das Spielen und nicht auf das Shoppen konzentriert. Die Convention lebt davon, dass sich viele Spielgruppen finden und gemeinsam spielen. Also haben wir beide uns auch in eine Gruppe eingetragen.

SSW20 trifft Orkig im Geschmack:

Jonas hatte eine Spielgruppe ausgewählt in der wir beide Dungeons & Dragons 5 (D&D5)dsc01620.jpg austesten konnten. Orgenisiert wurde diese Runde von Avola von den Mädels von Orkig im Geschmack, sie hatte für uns und ein paar weitere Mitspieler den DungeonMaster (DM) gemacht. In dieser Funktion hatte Sie uns in einen Kerker gesperrt und uns unsere Freiheit erkämpfen lassen, wobei wir uns durch eine Orkfamilie geschnetzelt und danach ein in eine fremdartige Dimension gewarptes Haus erkundet hatten.
Unsere Mitspieler waren alle sehr nett und wir hatten viel Spass mit ihnen. Der DM hatte fünf Etagen auf großen Flipchart Papierbögen vorbereitet, die wir in einem classischen Dugeoncrawl-Abenteuer erforschen durften. Am Ende des Abenteuers durften wir sogar eines der bekanntesten Monster aus dem D&D Universum, dem gefürchteten Demogorgon.

D&D 5:

Das Spielsystem von D&D ist einfach gehalten auch kämpfe lassen sich schnell und flüssig spielen. Dies liegt zum einen daran, dass in diesem System eine durch Initiative einmal SONY DSCfestgestellte Reihenfolge für den gesamten Kampf erhalten bleibt und zum anderen, dass ein fester Verteidigungswert festlegt ob ein Angriff ein Erfolg oder Misserfolg ist. Das macht den Kampfablauf sehr flüssif, aber es gibt für den Spieler keine Möglichkeit den Angriff aktiv abzuwehren.
D&D hat nur wenige feste Weltbeschreibungen. Das System ist darauf ausgelegt, dass die Spieler ihre eigene Welt erschaffen und bieten lediglich Regeln für den Ablauf und Gegner für die Herausforderungen an. Auch dies bietet vor uns Nachteile, so kann jeder seine eigene Welt erstellen und läuft niemals Gefahr offiziellen Veröffentlichungen zu wiedersprechen. Allerdings gibt es auch nicht die feste Welt an der sich die Spieler und der Spielleiter orientieren können.
Ein Blick in die Bücher, von denen es keine deutsche Übersetzung gibt, zeigt, dass diese einfach großartig aufgebaut und illustriert sind. Mit jeweils 50 Euro pro Buch ist das System jedoch auch kein günstiger Spaß, da man neben dem Spielerhandbuch und Spielleiterhandbuch wahrscheinlich auch eines der Monsterbücher benötigt, um möglichst vielfältige Abenteuer zu gestalten.

Zusammengefasst:

Die „Adventure Con“ ist eine tolle Angelgenheit für Rollenspieler. Hier trifft man sich mit Bekannten und lernt auch schnell neue Leute kennen, die das Hobby teilen. Wir hatten richtig viel Spass und freuen uns dieses Jahr noch weitere Conventions zu besuchen und werden nächstes Jahr sicher auch wieder im Eidelstedter Bürgehaus vorbei schauen.

Links:

Okrig im Geschmack: http://www.orkig.de/
AdventureCon: http://www.sdnv.de/

OrgasMe! – sex turned into a card game

OrgasMe.jpgGleich zu Beginn möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei dem Kartenspiel, das von Michael Neumann entwickelt wurde, nicht um das Erleben physischer sexueller Interaktion geht. Hier besteht keine Verwandschaft mit den Spieleklassikern wie „Flaschendrehen“ oder „Wahrheit oder Pflicht“.
Das Spiel verwendet allerdings teils explizite Darstellungen sexueller Praktiken und der Spielerfolg wird anhand eines OrgasMeters ermittelt.

Das Spiel:

action.pngMit „OrgasMe!“ erhält man ein Spiel das man mit 2 bis 6 Spielern spielen kann, in welchem es darum geht seine Mitspieler zum „Orgasmus“ zu bringen und diesen selbst noch nicht erreicht zu haben.
Es werden dazu die in Comicgrafik bebilderten Karten genutzt, um seine Gegenspieler dem Höhepunkt näher zu bringen und dann den Sieg davonzutragen.
Die Sexuellen Praktiken die dargestellt werden, stellen ein sehr großes und vielfältiges Spektrum dessen dar, was vorstellbar ist- von Missionarsstellung bis Kaviar ist alles dabei.

Spielweise:

Jeder Spieler wählt zwei unterschiedliche Präferenz-Karten bevor das Spiel startet, die seine sexuellen Vorzüge symbolisieren. Auf jeder Präferenz-Karte stehen Spezialfähigkeiten, die man als Spieler hat. Man erhält nicht anfangs Handkarten, sondern stattdessen ziehen zu Beginn jedes Spielzuges alle Spieler jeweils eine Karte. Der Spieler, der am Zug ist, darf, sofern er eine Aktions-Karte ausgespielt hat, am Ende seines Zuges ebenfalls eine Karte nachziehen. Auf Aktions-Karten dürfen Spieler, die von dieser Karte betroffen wären, eine Reaktions-Karte spielen.reaction.png
Neben Aktions- und Reaktions-Karten gibt es auch Event-Karten, die die gesamte Spielrunde betreffen und nicht nur die beiden Spieler, die gerade gegeneinander spielen.
Spielt man zu zweit, befindet man sich im Duellmodus. Hier ist es gestattet, mehrere Attacken gegen seinen Mitspieler durchzuführen. Bei mehr als zwei Spielern ist jeweils nur eine Attacke auf jeden einzelnen Spieler im eigenen Zug erlaubt.
Eine Attacke mit einer Aktions-Karte erhöht die Anzeige auf dem OrgasMeter regulär um eins, es sei denn, dass diese Karte eine oder beide Präferenzen des Spielers, gegen den die Attacke ausgeführt wird, entspricht. In dem Fall steigt pro übereinstimmender Präferenz das OrgasMeter um jeweils einen weiteren Punkt. Ist das Ende des OrgasmMeters erreicht, hat der Mitspieler quasi einen Orgasmus und scheidet aus dem Spiel aus.
Das Ziel des Spiels ist es, alle anderen Mitspieler zum Orgasmus gebracht zu haben und als Einziger übrig zu bleiben.

Fazit:

„OrgasMe!“  macht richtig viel Spaß: Es ist leicht zu verstehen und recht schnell gespielt. Gerade in einer größeren Runde ist es sehr witzig, sich gegenseitig zum gespielten Orgasmus bringen zu wollen. Besonder interessant machen das Spiel die Spezialfähigkeiten der Präferenz-Karten, die das Spiel und seine Dynamik stark variieren können.

Die Karten sind sehr schön gestaltet und mir persönlich gefällt, dass bei den Darstellungen nicht ausschließlich heterosexuelle Paarungen gezeigt werden, sondern allerlei mögliche Konstellationen. Auch die Karten die Dominanz darstellen, zeigen nicht immer die Frau in devoter Stellung, sondern wechseln sich mit der Darstellung von dominierten Männern ab.

Ein Manko ist die Tatsache, da das Spiel für einen internationalen Mark ausgelegt wurde, dass es komplett auf Englisch verfasst wurde. Es gibt zwar auch deutschsprachige Regeln zum Downloaden, aber wer dem Englischen gar nicht mächtig ist, wird mit den Erläuterungen auf den Karten teilweise Probleme bekommen. Wer grundlegende Englischkenntnisse besitzt, sollte hier keine Schwierigkeiten haben, da die Regeln einfach gehalten sind und die Texte auf den Karten auch leicht verständlich sind.

Das Spiel ist von den Zeichnungen her teils recht freizügig, also sollten alle Mitspieler volljährig sein. Es mag auch Volljährige geben, die das Spiel missverstehen und als Aufforderung betrachten, die jeweilige Situation nachstellen zu wollen oder die Anstoß daran nehmen, wenn Sexpraktiken dargestellt werden, die der realen Präferenz nicht entsprechen. Für alle anderen spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Es ist nicht für einen abendfüllenden Spieleabend gedacht, aber ein kurzes Spiel zur Auflockerung zwischen zwei aufreibenden Partien Risiko oder als Ergänzung zu Kartenspieleabenden ist es hervorragend geeignet.