OrcQuest – A Cardgame

Letztes Jahr bin ich beim Recherchieren im Internet auf eine Kickstarterkampagne gestoßen, die das Kartenspiel ‚OrcQuest‘ von Maze Games unterstützen sollte, damit dieses realisiert werden kann.orcquest-game
Wie so oft habe ich mich vom Äußeren dazu verleiten lassen, diese Kampagne zu unterstützen. Aber ganz ehrlich – was hätte ich auch machen sollen bei einem Spiel, dass das Coverdesign von klassischen Brettspiel HeroQuest nimmt und mit Orks neu gestaltet.
Das Projekt lief erfolgreich und wurde nun ausgeliefert, sodass ich was dazu sagen kann.

Das Spiel:

OrcQuest kann man ab zwei und mit bis zu sechs Mitspielern spielen. Jeder Spieler erhält eine Charakterkarte des Orks den er spielt. Das Ziel der Orks ist es eigentlich einfach nur durch die Lande zu ziehen und sich zu behaupten, gegen alles und jeden der ihnen über den Weg läuft.
Tatsächlich gibt es nicht sowas wie ein konkretes erzählerisches Element, das die Orks antreibt, welches dann mit dem Spielziel verknüpft wurde. Wie zum Beispiel König der Orks zu werden oder ähnliches, wie es in anderen Spielen häufig eingebaut wird.
Das Regelheft ist sehr schmal und lässt sich gut lesen. Besonders toll ist es, dass an vielen Stellen witzige Anmerkungen eingebaut wurden, die sich auf die orkische Kultur beziehen. So wird zum Bespiel der Startspieler der ersten Partie dadurch bestimmt, wer der Größte am Spieltisch ist, weil das so nun mal bei Orks so ist.

Spielweise:

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler zufällig eine Charakterkarte, die alle mit einer einzigartigen Spezialfähigkeit des jeweiligen Orks versehen sind und sechs Handkarten.
Es wird ein Kartenstapel zum Aufziehen und einer zum Ablegen von Karten bereitgestellt, die Lebensmarker entsprechend der Angaben zu den jeweiligen Charakteren verteilt und eine Herausforderungskarte auf die Mitte des Tisches platziert.
Der Startspieler nimmt sich den Token der anzeigt, dass er der aktive Spieler ist und zieht eine Karte vom Kartenstapel.Karten
Der sollte sich nun einer Herausforderung stellen; dies können Kämpfe, Fallen oder Ergreifungen sein. Diese Herausforderungen können von der Hand gespielt werden oder die in der Tischmitte platzierte permanente Herausforderung verwendet werden.
Nun können alle anderen Spieler intervenieren. Sie können die Herausforderung schwieriger machen oder den aktiven Spieler streitig machen. Oder der aktive Spieler zwingt andere Spieler diese Aufgabe für ihn zu erfüllen oder ihn zu unterstützen. Nachdem die Karten ausgespielt sind, wird versucht die Herausforderung zu bestehen, hierfür werden entsprechend auf der Hausausforderungskarte abgebildete Würfel geworfen und ausgewertet. Bei ausreichend Erfolgen gilt die Herausforderung als geschafft und der aktive Spieler erhält die Belohnung. Sollte die Herausforderung sich als zu schwer erweisen, verliert der aktive Spieler im Regelfall die angegebenen Lebenspunkte und ggf. auch Handkarten.challenge
Sobald der aktive Spieler angibt, dass sein Zug beendet ist, nimmt sich der nächste Spieler den „aktiver Spieler“-Marker und beginnt seinen Zug.

Fazit:

Die Möglichkeiten sich gegenseitig in die Suppe zu spucken sind ebenso vielfältig wie boshaft. Es ist definitiv ein Spiel, bei dem alle Mitspieler Spaß verstehen müssen, da in jedem Zug Unvorhergesehenes passiert und man von seinen Mitspielern immer wieder scheinbar unfairen Tricks und Gemeinheiten ausgesetzt ist. Dies ist aber ganz klar das Ziel des Spiels.
Zu zweit macht das Spiel nicht sonderlich viel Spaß, da einige der Mechaniken erst ab einer höheren Anzahl an Mitspielern vernünftig greifen. Mit aber einer entsprechenden Spieleranzahl kann das Spiel, sobald alle Beteiligten die Karten verstanden haben und wissen wie das Spiel abläuft, sehr viel Dynamik aufbauen und auch viel Spaß bringen.

Mein Hauptkritikpunkt sind die „billiger Trick“-Karten, bei denen teilweise die Beschreibung nicht ganz eindeutig zu verstehen ist, und das kann dann am Spieltisch schon mal zu Diskussionen führen. Die Karten werden im Regelbuch nicht einzeln erklärt und behandelt sondern lediglich mit dem Vermerk auf den Kartentext erwähnt. Hier sind also auch die gut geschriebenen Regeln keine Hilfe.
Da das Spiel von der französischen Firma  Maze-Games produziert wurde und es das Spiel auch auf Französisch oder in einer englischen Übersetzung gibt und ich die englische Edition habe kann ich nicht beurteilen ob ggf. die Texte auf den französischen Karten klarer sind.

RatCon 2017

Wir hatten diese Idee einmal die RatCon zu besuchen. Generell ist der Besuch einer RatConRollenspielconvention nichts Besonderes. Zumindest nicht für uns als Rollenspieler. Allerdings haben wir uns tatsächlich nie weit von Hamburg dazu entfernt. Dies ist in Teilen natürlich der NordCon geschuldet, die als sehr großes Event direkt in unserer Nachbarschaft stattfindet. Aber wir wollten nun doch mal mehr solcher Veranstaltungen erkunden also haben wir uns die Rat Con ausgesucht, um ein verlängertes Wochenende mit unserem Hobby und ganz vielen anderen Verrückten zu verbringen.

Die Planung

Wir haben uns also an die Planung gemacht, als erstes haben wir uns angeschaut wo man in Limburg und Umgebung zu vernünftigen Preisen übernachten kann. Dabei fiel RatCon2uns schnell auf, dass wir wohl etwas spät dran waren mit unseren Überlegungen, da bereits viele der günstigeren Hotels vollständig belegt waren. Demnach haben wir auch etwas außerhalb gesucht und wurden fündig.
Da wir nun aber zwischen Hotel und dem Veranstaltungsort zwischenfahren mussten, haben wir uns dazu entschieden mit dem Auto zu fahren. Da aber keiner von uns ein Auto besitzt musste es also ein Leihwagen sein. Also auch hier ein paar Angebote verglichen und schleunigst einen Wagen reserviert und die Strecken rausgesucht.
Als letztes das Programm der Convention durchforstet und herausgesucht welche Spielrunden für uns interessant sind.

Der Roadtrip

Wir sind direkt um 14 Uhr losgefahren. Die Fahrt sollte ungefähr 5 Stunden in Anspruch nehmen, sodass wir um 19 Uhr im Hotel sind. Unsere ersten Spielrunden starteten auch erst um 20 Uhr also hatten wir gut eine halbe Stunde Puffer.
Da allerdings keiner von uns regelmäßig mit dem Auto fährt oder auch nur regelmäßig Hamburg verlässt sind wir blindlinks der A7 gefolgt. Was sich nach kürzester Zeit als ein Fehler herausgestellt hat. Wir kamen an zahllosen Baustellen vorbei, eine Fahrbahnverengung folgte der nächsten und so standen wir immer wieder im Stau. Auch nach jedem Stau war gefühlt der Abschnitt, an dem wir frei fahren konnten scheinbar immer wieder sehr kurz, sodass uns die Zeit knapp wurde.
Mit nur knapp anderthalb Stunden Verspätung kamen wir in unserem Hotel an, haben schnell eingecheckt, unsere Koffer verstaut und unsere Con-Taschen rausgekramt.

Freitag

Tatsächlich waren, als wir die Stadthalle in Limburg betreten haben, bereits einige der Verkaufsstände geschlossen. Die geplanten Spielrunden waren längst im Gange und die Spielrunden2übrigen, die noch starten sollten zum Großteil voll. Einer von uns hat sich noch in eine DAS4.1 Spielrunde eingetragen und die übrigen haben sich auf der Convention umgesehen.
Eigentlich war es geplant, dass wir nach den Spielrunden gemeinsam zum Hotel fahren, aber als wir um halb drei Uhr morgens nicht mehr auf das Ende der Spielrunde warten wollten, sind wir schnell wieder zum Hotel gefahren eine Stunde später klingelte mein Handy, dass der einzelne Spieler abgeholt werden wollte, da dessen Spielrunde mit nur knapp zwei Stunden mehr als geplant nun doch geendet sei. Als Fahrer und Beziehungspartner habe ich meinen Schatz abgeholt und ins Hotel gebracht.

Samstag

Zum Leidwesen anderer bin ich ein Frühaufsteher. Selbst wenn ich nachts kaum Schlaf gefunden habe oder lange wach war, kann ich ab einer gewissen Zeit nicht mehr schlafen und wache regelmäßig spätestens so gegen sieben Uhr morgens auf.Würfel
Da dieses Hotel getrennte Betten hat habe ich dabei zum Glück niemanden geweckt und konnte mich frisch machen, Frühstück besorgen und den ersten Kaffee kochen, bevor die anderen gemächlich aufgestanden sind.
Unser Plan sah es vor, dass wir um 11 Uhr mit den ersten Spielrunden starten. Wir wollten entsprechend um 10 Uhr wieder auf der Con sein, doch durch die späte Stunde des Vortages waren meine Begleiter nicht dazu zu bewegen. Tatsächlich kamen wir erst viertel nach elf an. Erste Frustration machte sich breit, da wir leider wieder nicht die gewünschten Ereignisse mitnehmen konnten, aber wir haben uns nicht entmutigen lassen und zum Teil andere Runden mitgenommen, die später starteten und wir ansonsten verpasst hätten.
Es gab allerding gehäuft das Problem, dass viele Spielrunden ausgehängt wurden ohne Tischnummer und Raum anzugeben, was dazu führte das die Spieler immer wieder zum schwarzen Brett gegangen sind um zu prüfen ob inzwischen weitere Informationen nachgetragen wurden. Später am Samstag trat es sogar vermehrt auf, dass Spielrunden verlegt wurden. Nachdem man am angekündigtem Platz wartete und kein Spielleiter auftauchte hat man sich an die Information gewandt, die dann leider auch nicht wusste wo die Runde stattfinden soll, also folgt man einem der Helfer durch die Con und sucht die eine Person, die weiß wohin diese Gruppe verlegt wurde.
Die Spielrunde fand dort statt, der Spielleiter sagte mir auch, dass er den Ort auf dem Plan angepasst hat. Allerdings erst 20 Minuten vor Spielstart, und leider hing der Bogen Lootnicht mehr als die Runde anfing, weshalb man auch dort nicht mehr nachschauen konnte.
An diesem Tag hatten wir auf jeden Fall ausreichend Zeit die einzelnen Stände zu besuchen und ordentlich Kohle für unser geliebtes Hobby auszugeben.

Sonntag

Durch die beiden sehr anstrengenden Tage und die teils enttäuschenden Situationen, haben wir uns dazu entschieden den Rückweg am Sonntag direkt anzutreten und diesen Tag der Con zu verpassen.
Die Hotelbesitzerin hat uns noch den Tipp gegeben, dass Sie immer bei einer Fahrt Richtung Hamburg die A7 vermeidet und über die A1 fährt. Wir haben diesen Tipp gerne ausprobiert und sind auch hier zwar nicht Stau frei durchgekommen, aber die Verspätung hielt sich mit knapp 15 Minuten doch deutlich in Grenzen.

Fazit

Auch wenn wir ein sehr anstrengendes Wochenende hinter uns haben und nicht alles so gelaufen ist wie wir es geplant oder uns gewünscht hatten, war allein die Reise eine Erfahrung die ich so nicht missen möchte und freue mich das durchgezogen zu haben.

Zur Rat Con möchte ich sagen, dass mir die Location sehr gut gefällt, allerdings gab es doch viel Missplanung durch den Veranstalter. Natürlich ist es schwierig die ganzen Spielrunden so zu organisieren, dass alles wie geplant stattfindet. Einige Spielrunden überziehen, weshalb andere ausweichen müssen. Unangekündigte Spielrunden fragen den Veranstalter nach einem festen Tisch, was die ganze Planung umwirft.

Dennoch hatte ich Spaß und denke darüber nach das nächstes Jahr auch wieder zu wiederholen, nur dass ich versuche mich selbst und meine Begleiter besser zu organisieren. In der Hoffnung, dass wenn alles etwas besser klappt der Spaß und die Freude den Stress, den allein schon die lange Fahrt macht überwiegt.

The Witcher – Abenteuerspiel

Das Brettspiel „The Witcher – Abenteuerspiel“ basiert auf der Computerspielreihe umwitcherh.png den Hexer Geralt von Riva. Das Computerspiel, ein Action-Rollenspiel, basiert seinerseits auf einer Buchreihe des polnischen Fantasy-Schriftstellers Andrzej Sapkowski.
Mit dem Hexer und Monsterjäger erlebt der Spieler viele unterschiedliche Abenteuer und erfüllt eine Vielzahl an Questen mit denen er durch das Land reist.

Das Spiel:

Dieses Spiel kann man mit zwei bis vier Personen spielen, wobei jeder Spieler eine von vier möglichen Figuren Übernimmt. Neben Geralt stehen noch Triss Merigold, der Barde witcherf.jpgRittersporn und der Zwergenkämpfer Yarpen Zigrin zur Verfügung. Jede dieser Figuren Spielt sich anders und es werden für sie auch unterschiedliche Mechanismen benötigt.
Man bewegt seine Figur auf dem Spielbrett um seine Eigenen Questen zu erledigen und auf diese Weise Siegpunkte zu sammeln.
Wie auch im Computerspiel spielt man zum Teil mit den anderen Spielern zusammen, aber dennoch verfolgt jeder seine Ziele. Eine Partie des Spiels gewinnt man indem man zum Zeitpunkt des Spielendes die Meisten Siegpunkte hat.
Einige Besonderheiten des Spiels sind zum einen die sehr schön gestalteten Spielfiguren, bei denen sehr viele kleine Details erkennbar sind. Bei den Kunststofffiguren sind sogar die Bases unterschiedlich gestaltet. Bei Triss‘ Spielfigur kann man sehen wie sie ein paar steinerne Stufen hinuntersteigen. Die Regeln sind nicht witcherc.pngeinfach in einem Regelheft zusammen gefasst sondern neben den Spielregeln findet sich auch noch ein Referenzhandbuch. In den Spielregeln stehen alle grundsätzlich benötigten Regeln, die zum starten des Spiel benötigt werden. Das Referenzhandbuch enthält die im Spiel ggf. vorkommenden Sonderfälle und soll weiterführende Regelfragen die ggf. im Spielablauf auftreten klären.

Spielweise:

Nachdem jeder Spieler seine Figur gewählt hat setzt jeder seine Figur auf Spielfeld. Jeder Spieler zieht Questkarten und wählt davon eine aktive aus. Auf jeder dieser Karten ist eine Hauptquest angegeben, die der Spieler beenden kann, um die Siegpunkte einzustreichen und sich dann eine neue Questkarte zu wählen. Neben der Hauptquest sind auch immer zwei Nebenquesten und eine Unterstützerquest drauf. Diese zu erledigen kann zusätzliche Siegpunkte einbringen. Die Unterstützerquest kann nicht durch einen selber, sondern nur durch einen Mitspieler ausgeführt werden, der dafür ebenfalls Siegpunkte erhält.
Nun kann ausgelost werden, wer das Spiel beginnt. Jeder Spieler hat in seinem Zug die WitcherA3Möglichkeit zwei Aktionen durchzuführen, diese sind auf dem Charakterblatt gekennzeichnet und werden entsprechend, welche gewählt wurden mit einem Marker belegt. Neben diesen Aktionen kann man noch eine beliebige Anzahl an Freien Aktionen durchführen. Sobald ein Spieler seinen Zug beendet, muss er noch den Gefahren der Region begegnen in der er sich zu diesem Zeitpunkt aufhält.
Die einzelnen Regionen, die man bereisen kann, können unterschiedliche Hinweise zum Erfüllen der Questen liefern und sind Farblich unterschiedlich markiert. In jeder Region können zufällige Kreaturen auf einen lauern oder über Unglücksmarker zufällige andere Begegnungen das erfüllen der Aufgaben erschweren.
Das erfüllen der Hauptquest hat neben der Siegpunkte die man erhält auch immer weitere Konsequenzen, die nicht immer rein positiv sind.

Fazit:

Das Abenteuerspiel lässt die Anlehnung an das namensgebende Computerspiel erkennen. Viele der Mechaniken sind klar an Computerrollenspiele angelehnt und greifen diese auch gut auf. Während des Spielens gibt es viele Momente in denen Spieler der Computerspiele die Welt wiedererkennen.

Der Spielplan wirkt teils etwas überladen, es gibt viele Bestandteile des Spiels die alle immer beobachtet werden sollten und sich auch auf das Spiel auswirken. Da jeder Spieler eine große Menge an eigenen Karten vor sich aufbauen muss, wird auch ein großer Tisch zum Spielen benötigt.

Dem Konzept der zwei Regelhefte stehe ich gespalten gegenüber. Nachdem ich die Regeln gelesen hatte sollte ich laut Beschreibung in der Lage sein mit dem Spiel zu starten. Dieses Gefühl hatte ich allerdings nicht. Gleich zu Beginn habe ich das Referenzhandbuch rausgeholt und einige weitere Informationen nachgeschlagen bevor wir mit dem Spiel begonnen haben.
Andererseits ist damit das Ziel erfüllt, dass man schneller mit dem Spiel startet und die speziellen Eigenarten des Spiel eher während des Spiels herausfindet anstatt sich erst durch eine Lange und komplexe Anleitung durchzuwühlen. Tatsächlich fühlt es sich nach einiger Zeit so an, als hätte man einen Mitspieler an seiner Seite, der das Spiel kennt und es einem während des Spielens erklärt.

Die ersten Spielzüge sind holprig und man wird bei der ersten Partie immer mal wieder etwas übersehen und aus den Augen verlieren. Aber bereits während des erstens Spiels entwickelt sich ein angenehmer Spielfluss und auch das Arbeiten mit dem Referenzhandbuchs wird sehr schnell zur Gewohnheit.

Das Spiel macht Spaß und ist für Fans der Computerspielreihe, die auch auf Brettspiele stehen, auf jeden Fall ein Muss. Das Spiel ist bei jeder Partei ein anderes durch die wechselnden Questen und vielen Zufallsmechanismen. Der wiederspielwert wird auch dadurch gesteigert, dass sich das Spiel mit einer anderen Spielfigur schnell anders anfühlt und man ganz andere Herangehensweisen an die einem gestellten Aufgaben entwickeln muss.

NordCon 2017

In der 23. KW hatten wir ein langes Wochenende. Jonas und ich waren, wie viele andere auch auf der NordCon. Um uns mal wieder richtig die Nerd-Dröhnung zu IMG-20170615-WA0016geben, haben wir alle drei Tage mitgemacht. Auf diesem Event gibt es ein sehr breites Angebot, die drei Tage sind prall gefüllt mit allerlei Möglichkeiten sich zu beschäftigen.

Die NordCon ist eine Spielconvention, die jährlich in Hamburg stattfindet. Hier findet man Brettspiele, Rollenspiele, auch für LARPer gibt ist einiges zu sehen und neben einigen Lesungen und Vorträgen kann man im obersten Stock mit NERF-Dart-Blastern die Zombieapokalypse nachspielen.
Die Spieleverleger bringen ihre neuesten Produkte mit, die man auch gleich vor Ort mit Unterstützung ausprobieren kann. Rollenspieler finden auf der NordCon hunderte Spielerunden, um mit Freunden oder auch Unbekannten zusammen ein paar Stunden Rollenspiele zu spielen. Für Live-Rollenspieler gibt es neben der Schlachtenwiese, auf der immer Personen dabei sind sich mit Schaumstoffwaffen gegenseitig zu beharken auch weitere Felder auf denen Jugger und BloodBowl angeboten wird.

Was haben wir also auf der NordCon getrieben. Zu aller erst waren wir am Freitag gleich zum Einlass um 20:00 in der Schlange um auf das Con-Gelände zu gelangen. Unsere erste Station war das oberste Stockwerk in dem Schulgebäude in dem die Con veranstaltet wird. Dort findet jedes Jahr das beliebt Spiel Zombiecalypse statt. Ein sportliches Spiel, bei dem man entweder als langsamer Zombie versucht die menschliche Gegengruppe in Zombies zu verwandeln. Oder als Mensch versucht man sich mit Nerf-Dart-Blastern gegen die nahenden Zombiehorden zu erwehren. Das Spiel erfreut sich immer sehr großer Beliebtheit und lockt viele Spieler die Treppen hoch.
Nachdem wir uns hier verausgabt haben, sind wir einmal das komplette Gelände abgegangen um zu sehen wo welche Stände sind, welche Händler dieses Jahr dabei sind und wie man am besten an den drei Tagen für das Leibliche Wohl sorgen kann. Dabei haben wir uns natürlich einen der NordCon Becher für das Jahr besorgt, der nicht nur mit einer Tee und Kaffee Flat einhergeht, sondern auch ein geeignetes Gefäß für lange Spielrunden ist. Aber am Freitag sind noch nicht alle Stände eröffnet da hier der Tag auch erst um 20 Uhr beginnt. Und die meisten Spielrunden die kurz danach starten sind schnell überlaufen. Also endet der Tag mir ein paar weiteren Runden Zombiecalypse.

Am Samstag ist schon gegen 10 Uhr das ganze Gelände reich bevölkert und man sieht die ersten fantastischen Gewandungen in denen Liverollenspieler die Con zu einem besonderen Erlebnis machen. An diesem Tag waren schon alle Händler da und Stände IMG_20170610_101450_494waren auch alle aufgebaut, sodass man erst mal nach Herzenslust bummeln und shoppen kann.
Bis man auch hier alles gesehen hat ist auch locker der halbe Tag schon um, und es wurde Zeit, dass wir uns selbst in einer Rollenspielrunde eintragen. Wir hatten und schon im vornherein eine Runde ausgesucht und mussten jetzt nur noch 90 Minuten vor Beginn der Spielrunde uns in die Teilnehmerliste Eintragen. Es war ein heilloses Gedränge, als der NordCon Supporter mit den aktuellen Listen kam und die ersten haben sich eingetragen bevor die Listen überhaupt an der Pinnwand hingen. Jonas hat es dennoch geschafft uns in die gewünschte Spielrunde einzutragen und somit haben wir uns dann etwas später in dem Raum zu einer Runde Private Eye eingefunden. Einem viktorianischen Detektivrollenspiel. Zu dem wir sicherlich nochmal ein ausführlichen Spielbericht abgeben werden.

Der Sonntag wurde von uns entspannter geplant. Einige Einkäufe haben wir auf SonntagIMG_20170611_215430 geschoben und haben uns auf viele kurze Brettspielrunden eingestellt, wo wir das kleine aber sehr witzige Kartenspiel „Kakerlakensalat“ von „Drei Magier Spiele“ für uns entdeckt haben. Dann haben wir als beim Voting für die am besten bemalte Armee in der Table-Top Halle auch eine Stimme abgegeben. Und haben den Tag letztlich mit der Großen Abschlussveranstaltung ausklingen lassen, welche mit einem Würfelregen bei der großen Versteigerung mit Ingolf vom Atlantis, dem Rollenspielladen in Hamburg, endet.

Wir hatten eine anstrengendes Wochenende, waren müde und kaputt. Habe das Event aber mit einem Sack toller neuer Dinge verlassen und freuen uns schon darauf nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

Adventure Con – 2017

Jonas und ich haben es geschafft der „Adventure Con“ im Eidelstedter Bürgerhaus einen Besuch abzustatten. Da wir beide in Hamburg leben sollte das auch nicht so schwer sein, jedoch ist bei uns gerade viel Aktion.

Was bei uns passiert:

Mein Schatz hat sich auf den Weg gemacht. Auf einen weiten Weg sogar. Für ein Auslandssemester nach China. Wir werden ein halbes Jahr getrennt sein. Und der Abflug lag genau mit dem Con-Wochenende zusammen.
Jonas bereitet sich momentan auf einen Umzug vor. Der Umzug findet zwar nur innerhalb Hamburgs Grenzen statt, aber dennoch ist sein Leben momentan auf ein paar Kartons reduziert und odentlich im Wohnungsflur gestapelt.

Die Con:

Am Samstag, der über drei Tage laufenden Convention, hatten wir es geschaft uns im Eidelstedter Bürgerhaus einzufinden. Der Ort war leicht gefunden. Ein großes Banner über dem Eingang teilte einem mit, das man hier richtig war.

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Gesammeltes von der Con

Nachdem man direkt am Eingang seinen Eintritt bezahlt hat, sah man auch gleich den Aushang mit Spielgruppen. Aber erstmal umsehen.
Die erste Tür führte einen Bereits in die Cantina, wo man sich mit Getränken und etwas zu Essen versorgen konnte. Angeschlossen an die Cantia war ein Raum in dem bereits mehrere Spielrunden stattfanden. Wir durchstreiften die weiteren Räume und sahen viele Spieler und Spielgruppen. Einen kleinen Verkaufstand auf der zweiten Etage vom „Atlantis“ dem Hamburger Laden für Rollenspielbedarf und damit hat es sich schon. Die „Adventur Con“ ist ein kleines Event, dass sich auf das Spielen und nicht auf das Shoppen konzentriert. Die Convention lebt davon, dass sich viele Spielgruppen finden und gemeinsam spielen. Also haben wir beide uns auch in eine Gruppe eingetragen.

SSW20 trifft Orkig im Geschmack:

Jonas hatte eine Spielgruppe ausgewählt in der wir beide Dungeons & Dragons 5 (D&D5)dsc01620.jpg austesten konnten. Orgenisiert wurde diese Runde von Avola von den Mädels von Orkig im Geschmack, sie hatte für uns und ein paar weitere Mitspieler den DungeonMaster (DM) gemacht. In dieser Funktion hatte Sie uns in einen Kerker gesperrt und uns unsere Freiheit erkämpfen lassen, wobei wir uns durch eine Orkfamilie geschnetzelt und danach ein in eine fremdartige Dimension gewarptes Haus erkundet hatten.
Unsere Mitspieler waren alle sehr nett und wir hatten viel Spass mit ihnen. Der DM hatte fünf Etagen auf großen Flipchart Papierbögen vorbereitet, die wir in einem classischen Dugeoncrawl-Abenteuer erforschen durften. Am Ende des Abenteuers durften wir sogar eines der bekanntesten Monster aus dem D&D Universum, dem gefürchteten Demogorgon.

D&D 5:

Das Spielsystem von D&D ist einfach gehalten auch kämpfe lassen sich schnell und flüssig spielen. Dies liegt zum einen daran, dass in diesem System eine durch Initiative einmal SONY DSCfestgestellte Reihenfolge für den gesamten Kampf erhalten bleibt und zum anderen, dass ein fester Verteidigungswert festlegt ob ein Angriff ein Erfolg oder Misserfolg ist. Das macht den Kampfablauf sehr flüssif, aber es gibt für den Spieler keine Möglichkeit den Angriff aktiv abzuwehren.
D&D hat nur wenige feste Weltbeschreibungen. Das System ist darauf ausgelegt, dass die Spieler ihre eigene Welt erschaffen und bieten lediglich Regeln für den Ablauf und Gegner für die Herausforderungen an. Auch dies bietet vor uns Nachteile, so kann jeder seine eigene Welt erstellen und läuft niemals Gefahr offiziellen Veröffentlichungen zu wiedersprechen. Allerdings gibt es auch nicht die feste Welt an der sich die Spieler und der Spielleiter orientieren können.
Ein Blick in die Bücher, von denen es keine deutsche Übersetzung gibt, zeigt, dass diese einfach großartig aufgebaut und illustriert sind. Mit jeweils 50 Euro pro Buch ist das System jedoch auch kein günstiger Spaß, da man neben dem Spielerhandbuch und Spielleiterhandbuch wahrscheinlich auch eines der Monsterbücher benötigt, um möglichst vielfältige Abenteuer zu gestalten.

Zusammengefasst:

Die „Adventure Con“ ist eine tolle Angelgenheit für Rollenspieler. Hier trifft man sich mit Bekannten und lernt auch schnell neue Leute kennen, die das Hobby teilen. Wir hatten richtig viel Spass und freuen uns dieses Jahr noch weitere Conventions zu besuchen und werden nächstes Jahr sicher auch wieder im Eidelstedter Bürgehaus vorbei schauen.

Links:

Okrig im Geschmack: http://www.orkig.de/
AdventureCon: http://www.sdnv.de/

OrgasMe! – sex turned into a card game

OrgasMe.jpgGleich zu Beginn möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei dem Kartenspiel, das von Michael Neumann entwickelt wurde, nicht um das Erleben physischer sexueller Interaktion geht. Hier besteht keine Verwandschaft mit den Spieleklassikern wie „Flaschendrehen“ oder „Wahrheit oder Pflicht“.
Das Spiel verwendet allerdings teils explizite Darstellungen sexueller Praktiken und der Spielerfolg wird anhand eines OrgasMeters ermittelt.

Das Spiel:

action.pngMit „OrgasMe!“ erhält man ein Spiel das man mit 2 bis 6 Spielern spielen kann, in welchem es darum geht seine Mitspieler zum „Orgasmus“ zu bringen und diesen selbst noch nicht erreicht zu haben.
Es werden dazu die in Comicgrafik bebilderten Karten genutzt, um seine Gegenspieler dem Höhepunkt näher zu bringen und dann den Sieg davonzutragen.
Die Sexuellen Praktiken die dargestellt werden, stellen ein sehr großes und vielfältiges Spektrum dessen dar, was vorstellbar ist- von Missionarsstellung bis Kaviar ist alles dabei.

Spielweise:

Jeder Spieler wählt zwei unterschiedliche Präferenz-Karten bevor das Spiel startet, die seine sexuellen Vorzüge symbolisieren. Auf jeder Präferenz-Karte stehen Spezialfähigkeiten, die man als Spieler hat. Man erhält nicht anfangs Handkarten, sondern stattdessen ziehen zu Beginn jedes Spielzuges alle Spieler jeweils eine Karte. Der Spieler, der am Zug ist, darf, sofern er eine Aktions-Karte ausgespielt hat, am Ende seines Zuges ebenfalls eine Karte nachziehen. Auf Aktions-Karten dürfen Spieler, die von dieser Karte betroffen wären, eine Reaktions-Karte spielen.reaction.png
Neben Aktions- und Reaktions-Karten gibt es auch Event-Karten, die die gesamte Spielrunde betreffen und nicht nur die beiden Spieler, die gerade gegeneinander spielen.
Spielt man zu zweit, befindet man sich im Duellmodus. Hier ist es gestattet, mehrere Attacken gegen seinen Mitspieler durchzuführen. Bei mehr als zwei Spielern ist jeweils nur eine Attacke auf jeden einzelnen Spieler im eigenen Zug erlaubt.
Eine Attacke mit einer Aktions-Karte erhöht die Anzeige auf dem OrgasMeter regulär um eins, es sei denn, dass diese Karte eine oder beide Präferenzen des Spielers, gegen den die Attacke ausgeführt wird, entspricht. In dem Fall steigt pro übereinstimmender Präferenz das OrgasMeter um jeweils einen weiteren Punkt. Ist das Ende des OrgasmMeters erreicht, hat der Mitspieler quasi einen Orgasmus und scheidet aus dem Spiel aus.
Das Ziel des Spiels ist es, alle anderen Mitspieler zum Orgasmus gebracht zu haben und als Einziger übrig zu bleiben.

Fazit:

„OrgasMe!“  macht richtig viel Spaß: Es ist leicht zu verstehen und recht schnell gespielt. Gerade in einer größeren Runde ist es sehr witzig, sich gegenseitig zum gespielten Orgasmus bringen zu wollen. Besonder interessant machen das Spiel die Spezialfähigkeiten der Präferenz-Karten, die das Spiel und seine Dynamik stark variieren können.

Die Karten sind sehr schön gestaltet und mir persönlich gefällt, dass bei den Darstellungen nicht ausschließlich heterosexuelle Paarungen gezeigt werden, sondern allerlei mögliche Konstellationen. Auch die Karten die Dominanz darstellen, zeigen nicht immer die Frau in devoter Stellung, sondern wechseln sich mit der Darstellung von dominierten Männern ab.

Ein Manko ist die Tatsache, da das Spiel für einen internationalen Mark ausgelegt wurde, dass es komplett auf Englisch verfasst wurde. Es gibt zwar auch deutschsprachige Regeln zum Downloaden, aber wer dem Englischen gar nicht mächtig ist, wird mit den Erläuterungen auf den Karten teilweise Probleme bekommen. Wer grundlegende Englischkenntnisse besitzt, sollte hier keine Schwierigkeiten haben, da die Regeln einfach gehalten sind und die Texte auf den Karten auch leicht verständlich sind.

Das Spiel ist von den Zeichnungen her teils recht freizügig, also sollten alle Mitspieler volljährig sein. Es mag auch Volljährige geben, die das Spiel missverstehen und als Aufforderung betrachten, die jeweilige Situation nachstellen zu wollen oder die Anstoß daran nehmen, wenn Sexpraktiken dargestellt werden, die der realen Präferenz nicht entsprechen. Für alle anderen spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Es ist nicht für einen abendfüllenden Spieleabend gedacht, aber ein kurzes Spiel zur Auflockerung zwischen zwei aufreibenden Partien Risiko oder als Ergänzung zu Kartenspieleabenden ist es hervorragend geeignet.

Zombie-Würfel

zombiediceKennt ihr das auch?
Man schlurft seelenruhig durch die verlassenen Straßen und plötzlich kommt jemand um die Ecke gesprungen. Man riecht die aufkeimende Angst des Typen, der Geruch steigt einem in die Nase und man bekommt Hunger. Plötzlich zieht der Mensch eine Waffe, schießt und flieht.
Nein? -Nicht?

Zugegeben in den meisten Spielen in denen Zombies auftauchen, verkörpert man den Überlebenden, der durch ein postapokalyptisches Setting versucht zu fliehen oder aktiv den Kampf mit den belebten Toten angeht.

Das Spiel:

Nicht so bei dem Spiel Zombie Würfel vom Pegasus Spiele. Hier seid ihr der Zombie, der versucht, sich von Gehirnen der Lebenden zu ernähren. Es entsteht ein kleiner Wettstreit unter Zombies. Jeder Spieler verkörpert einen Zombie und wer zuerst 13 Gehirne verspeist hat, wird zum Zombiekönig ernannt.

Das Spiel beinhaltet 13 Würfel mit drei unterschiedlichen Farben: Grün, Gelb und Rot.
Die Würfel sind in einem hohen runden Behälter, der gleichzeitig als Würfelbecher dient. Ebenfalls enthalten ist ein Zettel mit den kurzen und einfachen Spielregeln.
Auf den Würfeln sind in unterschiedlicher Verteilung drei Symbole eingeprägt: Gehirn, Fußspuren und Explosion.

Spielverlauf:

Der Spielverlauf ist sehr simpel gehalten. Der aktive Spieler mischt die Würfel durch schütteln im Becher und zieht dann blind drei Würfel. Diese drei Würfel wirft er auf dem Tisch und wertet das Ergebnis aus. Der Spieler will Gehirn-Symbole sammeln. Die Fußspuren bedeuten, dass ein Opfer entkommen ist und das Explosionssymbol, dass sogar auf den Zombiespieler geschossen wurde. Ein erwürfeltes Gehirn muss also aus dem Würfelpool herausgelegt werden, ebenso ein Explosionssymbol. Fußspuren werden beim nächsten Wurf erneut gewürfelt, sofern der Spieler sich zu einem weiteren Wurf entschließt.
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Wenn der Spieler beim ersten Wurf also von jedem Symbol eines hat, legt er ein Gehirn und eine Explosion zur Seite. Nun entschließt er sich, einen weiteren Wurf zu wagen. Er zieht also zwei weitere Würfel aus dem Becher und wirft diese gemeinsam mit dem noch vorhandenen Fußspurenwürfel und wertet wieder das Ergebnis aus.
Nach jedem Würfelwurf kann der Spieler sich entscheiden, ob er aufhören will oder weiterspielt. Wenn er aufhört, werden die Gehirne gezählt und notiert (oder gemerkt), dann kommen sämtliche Würfel zurück in den Würfelpool und der Becher wird an den nächsten Spieler weitergereicht.
Der Spielzug des Spielers endet aber auch, sobald er insgesamt drei Schüsse abbekommen hat. Wenn beim Wurf der dritte Schuss im Zug des Spielers fällt, ist er zurückgeschlagen und sämtliche in diesem Zug gewürfelten Gehirne gehen verloren. Man muss also jedes Mal entscheiden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, getroffen zu werden.Wichtig werden jetzt die unterschiedlichen Farben der Würfel:
Auf einem grünen Würfel sind drei Seiten mit Gehirnsymbolen versehen, zwei mit Fußspuren und nur eine mit einer Explosion. Auf gelben Würfeln ist das Verhältnis aller Symbole gleich verteilt und auf den roten sind drei Explosionen, zweimal Fußspuren und nur ein Gehirn.
Hier kommt ein wenig taktische Überlegung ins Spiel, wenn man feststellt, dass vorwiegend nur noch rote und gelbe Würfel im Becher sind und man schon zwei Schüsse abbekommen hat. Dann denkt man zweimal nach, bevor man einen weiteren Schuss riskiert und bricht lieber ab und zählt die aktuellen Gehirne.

Fazit:

Zombie Würfel ist ein leicht zu erklärendes Spiel, das sehr schnell läuft, sodass es meist nicht bei nur einer Partie bleibt. Es macht sehr viel Spaß, spielerisch mal die Rolle des Untoten zu übernehmen und es ist ist erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich die Spieler auf Sicherheit oder Risko gehen und was bei wem zum Erfolg führt.
Das Spiel ist auch für größere Gruppen sehr geeignet und vor allem auf Parties ein beliebtes und erheiterndes Spiel. Es ist klein, wodurch es sich gut jederzeit mitnehmen lässt und braucht so wenig Platz, dass es sich auch quasi überall spielen lässt.

Deadlands – Das unheimliche Western Rollenspiel

Deadlands-Cover

Mit Deadlands hielt ich kürzlich ein Rollenspielregelwerk in den Händen, welches mit einer interessanten Welt aufwartete, in die ich mich gleich einlesen wollte.
Beschreiben könnte man dies am ehesten als eine Kombination aus Groschenroman-Genren: Neben dem Westernthema und pulpigen Horror sind auch Steampunkelemente enthalten.

Die Welt

Man spielt im nordamerikanischen wilden Westen mit einigen alternativen historischen Begebenheiten. Es ereigneten sich einige mystische Phänomene, durch die zum Beispiel ein großer Teil Kaliforniens im Pazifik versank.
An vielen Orten tauchen seitdem dämonische Kreaturen auf, die durch die Spielercharaktere aufgespürt und aufgehalten werden sollen. Die Spieler bilden hierzu ein Aufgebot, das sich zusammenschließt, um eben diese Schrecken zu bekämpfen.

Charaktere

Neben dem klassischen Revolverhelden stehen den Spielern einige weitere kreative Charakterearten zur Verfügung.
Magie wird hier durch die sogenannten „Huckster“ ausgeübt, die sich als Kartenspieler tarnen, da die Bevölkerung Magiern nicht über den Weg traut.
Priester stellen ebenfalls eine interessante Klasse dar, mit der man sich den Monstren entgegenstellt.
Das Steampunkelement wird durch die verrückten Wissenschaftler dargestellt, welche dampfende und klackernde Maschinen entwerfen, die entweder nützlich oder gefährlich sind.

Spielmachanik

Es wird wie in den meisten Rollenspielen ein Charakterblatt geführt, in dem Fähigkeiten mit Werten eingetragen werden, gegen die mit Würfeln gewürfelt wird.
Deadlands bringt hier einige weitere Spielmittel mit ein, die am Spieltisch für Abwechslung sorgen: Es werden auch Pokerkartendecks benötigt um zum Beispiel Handlungsreihenfolgen in Kampfsituationen zu ermitteln. Pokerchips in unterschiedlichen Farben dienen den Spielern dazu, zum Beispiel Zusatzwürfel für Proben hinzuzubekommen und sich so in brenzligen Situationen vielleicht doch noch zu retten.

Einigen fallen hier ggf. Paralellen zum Horrorrollenspiel Cthulhu auf, von dem es auch Regeln zu einem Westernsetting gibt. Da auch in Deadlands viel Wert auf den Faktor Furcht gelegt wird und eine hohe Sterblichkeitsrate der Spielercharaktere gegeben ist, ist dies auch gar nicht direkt von der Hand zu weisen. Wesentlicher Unterschied ist wohl am ehesten, dass in sämtlichen Cthulhu-Regelwerken viel Wert darauf gelegt wird, die historischen Begebenheiten akkurat wiederzugeben, während Deadlands gerade durch die Andersartigkeit der geschichtlichen Abläufe eine Welt bietet, die durch die Spieler erkundet werden möchte.

Fazit

Wer also Abenteuer in einem historisch korrektem Wilden Westen erleben möchte, sollte nicht zu Deadlands greifen. Wer sich aber auf eine pulpige Welt einlassen möchte, die wie eine 80’er Jahre Zeichtrickserien rüberkommt oder sich auf Spielmechaniken freut, die vom klassischen Rollenspiel abweichen, dem sei Deadlands sehr ans Herz gelegt.

Einlagen für Brettspielkartons

Inlay im KartonViele der besonders beliebten und gefragten Brettspiele beinhalten eine Vielzahl an Karten, Token, Pappschnipseln und Figuren. Oftmals steht man, nachdem man ein Spiel zum ersten Mal ausgepackt und aufgebaut hat, vor der Herausforderung, dies wieder in seinen Karton zu packen. Bei den meisten Spielen schafft man es zwar, irgendwie alles in die Verpackung zu quetschen, aber jedes Mal wenn man das Spiel wieder herausholt und zu Spielbeginn aufbauen möchte, geht die Sortiererei los.
Kartenstapel müssen voneinander getrennt werden, die Münzen liegen überall im Karton und die Lebenspunktemarker haben sich mit den Magiemarkern vermischt.

Ich möchte euch hier zeigen, wie ich versuche, dem Chaos in Brettspielkartons Herr zu werden und damit auch die Vorbereitungszeit zu minimieren, wodurch vielleicht nach der ersten Partie noch Zeit für eine zweite bliebe.

Ich zeige das Erstellen solcher Einlagen am Beispiel des Brettspiels „Talisman“ vom Heidelberger Spieleverlag. Das Spiel beinhaltet drei unterschiedliche Spielsteine, welche die Lebenspunkte, die Stärke und das Talent (Magieattribut) darstellen. Diese gibt es jeweils in zwei Ausführungen, dem einfachen und dem großen Stein, welcher für fünf Punkte steht. Dann gibt es kleine Spielgeldmünzen, einen Haufen an unterschiedlichen Karten, die Charakterbögen und die Spielfiguren.

Als erstes habe ich die Höhe des Spielkartons ausgemessen, in diesem Fall 7 cm. Die Höhe des gefalteten Spielplans (1 cm), da dieser ja auch noch mit in den Karton passen soll.
Ich habe zwei Schaumstoffraster in der Höhe 2,5 cm bestellt und zwei Schaumstoffböden mit 0,4 cm Höhe. Die Kurze Seite misst 34.5 cm, ideal für den Spielekarton und die Langeseite ist mit 55 cm etwas zu lang. Hier muss man Boden und Raster entsprechend zuschneiden, damit es passt. Dann hat man die Rohlinge für zwei Ebenen, in denen man die Raster für die eigenen Bedürfnisse anpassen kann.

Nun habe ich festgelegt, wo welche Spielutensilien abgelegt werden sollen und wie groß die Felder dafür sein müssen. Danach konnte ich die Raster entsprechend auftrennen. Bevor das Ganze dann verklebt, wird nochmals überprüft, ob es auch vernünftig passt.

Nachdem alles zu meiner Zufriedenheit vorbereitet ist, habe ich die Folie von der Unterseite des Rasters entfernt und den zugeschnittenen Boden sorgsam festgeklebt. Jetzt kann der Inhalt des Spiels in die neuen Schaumstoffeinlagen wandern und man freut sich gleich darauf, das Spiel bald möglichst wieder zu spielen.