OrgasMe! – sex turned into a card game

OrgasMe.jpgGleich zu Beginn möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei dem Kartenspiel, das von Michael Neumann entwickelt wurde, nicht um das Erleben physischer sexueller Interaktion geht. Hier besteht keine Verwandschaft mit den Spieleklassikern wie „Flaschendrehen“ oder „Wahrheit oder Pflicht“.
Das Spiel verwendet allerdings teils explizite Darstellungen sexueller Praktiken und der Spielerfolg wird anhand eines OrgasMeters ermittelt.

Das Spiel:

action.pngMit „OrgasMe!“ erhält man ein Spiel das man mit 2 bis 6 Spielern spielen kann, in welchem es darum geht seine Mitspieler zum „Orgasmus“ zu bringen und diesen selbst noch nicht erreicht zu haben.
Es werden dazu die in Comicgrafik bebilderten Karten genutzt, um seine Gegenspieler dem Höhepunkt näher zu bringen und dann den Sieg davonzutragen.
Die Sexuellen Praktiken die dargestellt werden, stellen ein sehr großes und vielfältiges Spektrum dessen dar, was vorstellbar ist- von Missionarsstellung bis Kaviar ist alles dabei.

Spielweise:

Jeder Spieler wählt zwei unterschiedliche Präferenz-Karten bevor das Spiel startet, die seine sexuellen Vorzüge symbolisieren. Auf jeder Präferenz-Karte stehen Spezialfähigkeiten, die man als Spieler hat. Man erhält nicht anfangs Handkarten, sondern stattdessen ziehen zu Beginn jedes Spielzuges alle Spieler jeweils eine Karte. Der Spieler, der am Zug ist, darf, sofern er eine Aktions-Karte ausgespielt hat, am Ende seines Zuges ebenfalls eine Karte nachziehen. Auf Aktions-Karten dürfen Spieler, die von dieser Karte betroffen wären, eine Reaktions-Karte spielen.reaction.png
Neben Aktions- und Reaktions-Karten gibt es auch Event-Karten, die die gesamte Spielrunde betreffen und nicht nur die beiden Spieler, die gerade gegeneinander spielen.
Spielt man zu zweit, befindet man sich im Duellmodus. Hier ist es gestattet, mehrere Attacken gegen seinen Mitspieler durchzuführen. Bei mehr als zwei Spielern ist jeweils nur eine Attacke auf jeden einzelnen Spieler im eigenen Zug erlaubt.
Eine Attacke mit einer Aktions-Karte erhöht die Anzeige auf dem OrgasMeter regulär um eins, es sei denn, dass diese Karte eine oder beide Präferenzen des Spielers, gegen den die Attacke ausgeführt wird, entspricht. In dem Fall steigt pro übereinstimmender Präferenz das OrgasMeter um jeweils einen weiteren Punkt. Ist das Ende des OrgasmMeters erreicht, hat der Mitspieler quasi einen Orgasmus und scheidet aus dem Spiel aus.
Das Ziel des Spiels ist es, alle anderen Mitspieler zum Orgasmus gebracht zu haben und als Einziger übrig zu bleiben.

Fazit:

„OrgasMe!“  macht richtig viel Spaß: Es ist leicht zu verstehen und recht schnell gespielt. Gerade in einer größeren Runde ist es sehr witzig, sich gegenseitig zum gespielten Orgasmus bringen zu wollen. Besonder interessant machen das Spiel die Spezialfähigkeiten der Präferenz-Karten, die das Spiel und seine Dynamik stark variieren können.

Die Karten sind sehr schön gestaltet und mir persönlich gefällt, dass bei den Darstellungen nicht ausschließlich heterosexuelle Paarungen gezeigt werden, sondern allerlei mögliche Konstellationen. Auch die Karten die Dominanz darstellen, zeigen nicht immer die Frau in devoter Stellung, sondern wechseln sich mit der Darstellung von dominierten Männern ab.

Ein Manko ist die Tatsache, da das Spiel für einen internationalen Mark ausgelegt wurde, dass es komplett auf Englisch verfasst wurde. Es gibt zwar auch deutschsprachige Regeln zum Downloaden, aber wer dem Englischen gar nicht mächtig ist, wird mit den Erläuterungen auf den Karten teilweise Probleme bekommen. Wer grundlegende Englischkenntnisse besitzt, sollte hier keine Schwierigkeiten haben, da die Regeln einfach gehalten sind und die Texte auf den Karten auch leicht verständlich sind.

Das Spiel ist von den Zeichnungen her teils recht freizügig, also sollten alle Mitspieler volljährig sein. Es mag auch Volljährige geben, die das Spiel missverstehen und als Aufforderung betrachten, die jeweilige Situation nachstellen zu wollen oder die Anstoß daran nehmen, wenn Sexpraktiken dargestellt werden, die der realen Präferenz nicht entsprechen. Für alle anderen spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Es ist nicht für einen abendfüllenden Spieleabend gedacht, aber ein kurzes Spiel zur Auflockerung zwischen zwei aufreibenden Partien Risiko oder als Ergänzung zu Kartenspieleabenden ist es hervorragend geeignet.